Beratungen zum Flyover

Es sieht nach einer Planungspause aus

Münster

Unmittelbar vor der entscheidenden Sitzung des Hauptausschusses spitzt sich die politische Debatte um die geplante Fahrradbrücke Flyover zu. Vieles deutet darauf hin, dass der Beschluss am Mittwoch in wesentlichen Teilen verändert wird.

Klaus Baumeister

Auch die ebenerdigen Überwege am Aegidiitor sollen näher überprüft werden. Foto: Oliver Werner

Die Beratungen von Grünen, SPD, Volt, FDP, Linken, ÖDP und Die Partei zum Verkehrsprojekt Flyover zogen sich am Dienstag über Stunden hin. Zwischenzeitlich sickerten einzelne Wasserstandsmeldungen durch, aber ein gemeinsamer Antragstext lag auch am Abend noch nicht vor. Er soll am Mittwoch unmittelbar vor der entscheidenden Hauptausschusssitzung veröffentlicht werden.

Gleichwohl zeichnet sich eine Tendenz ab: Eine Mehrheit im Hauptausschuss spielt mit dem Gedanken, das Radverkehrsprojekt in eine Art Planungspause zu schicken, bis auch andere Radverkehrsfragen am Knotenpunkt Aegidiitor geklärt sind. Wie lange diese Pause dauern soll, ist noch offen.

Änderungen im Beschlusspapier

Auf jeden Fall soll es zu dem von Stadtbaurat Robin Denstorff vorgelegten Beschlusspapier, das ein Ja zum Flyover enthält und die Auslobung eines Architektenwettbewerbs als nächsten Schritt vorsieht, einige grundlegende Änderungen geben. Die Details waren am Dienstag aber noch nicht zu erfahren.

Am Aegidiitor kommen Radler aus acht verschiedenen Richtungen zusammen. Näher untersucht und mit einer Prognose bedacht wurde dabei bislang nur die Achse Promenade – Bismarckallee, weil dort die Brücke entstehen soll.

FDP: „Nicht entscheidungsreif“

Vielen Kommunalpolitikern, das wurde in den vergangenen Tagen deutlich, reicht das aber nicht. Die FDP-Ratsfraktion beispielsweise erklärte jüngst in einer Presseerklärung, der Flyover sei „nicht entscheidungsreif“.

Deshalb zielt der Änderungsantrag darauf ab, wie zu hören ist, dass auch zu den anderen Wegebeziehungen am Aegidiitor nähere Untersuchungen angestellt werden. Bis die Ergebnisse vorliegen und Klarheit herrscht, wie die Überwege abseits der Brücke verbessert werden können, sollen die Planungen ruhen.

Dieses Vorgehen könnte, je nachdem, wie lange die Planungspause dauert, Auswirkungen auf die Realisierung der Brücke haben, weil 94 Prozent des Geldes vom Bund und vom Land NRW kommen und diese auf eine rasche Entscheidung drängen, ob das Geld fließen soll.

Hauptausschuss ersetzt Rat

Stellvertretend für den Rat tagt am Mittwoch (19. Mai, 16.30 Uhr, Halle Münsterland) der Hauptausschuss der Stadt Münster in öffentlicher Sitzung unter Leitung von Oberbürgermeister Markus Lewe. Der Hauptausschuss ist kleiner als der Rat, hat aber in Corona-Zeiten das Recht, an Stelle des Rates die anstehenden Beschlüsse herbeizuführen. Auf der Tagesordnung stehen viele Themen. Aktuell am meisten diskutiert wird über die Radlerbrücke Flyover an der Promenade. Hier müssen die Kommunalpolitiker das weitere Vorgehen beschließen. Weiter auf der Tagesordnung stehen diverse Verkehrversuche, so die vor­übergehende Sperrung der Hörsterstraße für den Auto- und Busverkehr sowie die Bildung einer durchgehenden Busspur vom Ludgerikreisel bis zum Landeshaus. Weiter wird beraten über höhere Busfahrpreise, die künftige Entsorgung des Klärschlamms sowie den Bau diverser Kitas, so auch an der Sonnenstraße.

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