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Zum zehnten Todestag der Schauspielerin

Evelyn Hamann – sie war tatsächlich fabelhaft!

Münster

„Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen!“ Der Satz stammt von Loriot, aber berühmt wurde er durch Evelyn Hamann – die vor zehn Jahren starb. Ihr langjähriger Manager, der Münsteraner Hans Dieter Weverinck, erinnert sich.

Lukas Speckmann

Im Gästebuch von Hans Dieter Weverinck verewigte sich Evelyn Hamann bereits bei ihrem ersten Münster-Besuch 1988 mit herzlichem Dank „für die liebe Betreuung“. Es war der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit. Foto: Jürgen Peperhowe

In ihrem letzten Telefongespräch mit Hans Dieter Weverinck sprach Evelyn Hamann von Münster. Sie war aufgeräumt und dachte an ein Weihnachtsprogramm mit Texten von Karl Heinrich Waggerl, Astrid Lindgren und James Krüss: „Das können wir doch in Münster machen!“ Sie habe sich hier stets wohlgefühlt, sagt Weverinck, „weil die Leute sie trugen. Sie sprach von ,meinem münsterischen Publikum‘“. Aus den Plänen wurde nichts mehr, zwei Wochen später war Evelyn Hamann tot. Die als Loriot-Partnerin unvergleichlich populäre Schauspielerin verlor am 28. Oktober 2007 ihren Kampf gegen den Krebs.

Evelyn Hamann wäre am vergangenen Sonntag 75 Jahre alt geworden, ihr Todestag liegt knapp zehn Jahre zurück. Für Hans Dieter Weverinck ein Anlass zur Erinnerung: Denn der Münsteraner („Weverinck-Management“) war auf Hamanns Lesereisen ein ständiger Begleiter und enger Vertrauter. Weshalb Weverinck auch ausführlich vom NDR befragt wurde – der am heutigen Donnerstag um 22 Uhr ein Hamann-Special ausstrahlt.

Die Künstlerbeziehung sei herzlich und erzprofessionell gewesen: „Wollen wir nicht beim Sie bleiben?“, fragte die Schauspielerin ihren Agenten nach einem Auftritt bei einem Glas Wein. Aber gerne! Respektvoll, niemals plump, ganz die alte Schule: „Frau Hamann!“ „Herr Weverinck!“ Prost.

1988 gab es im Vortragssaal des Landesmuseums einen ersten Leseabend, 1993 und 1998 folgten weitere Lesungen im Großen Hörsaal, der letzte Münster-Auftritt fand 2001 in der Aasee-Aula statt. „Es war immer proppenvoll“, erinnert sich Weverinck. „Kinder, Eltern und Großeltern freuten sich, ihr zu begegnen.“ Die Loriot-Sketche waren damals längst Allgemeingut – und mit „Adelheid und ihre Mörder“ sowie einigen wenigen E inzelsendungen war „die Hamann“ auch sonst in aller Munde. Auch wenn die Erinnerung an Vicco von Bülow allmählich zart zu verblassen beginnt – wer Hamanns Kunst, aus größtem Ernst höchste Komik entstehen zu lassen, zum ersten Mal im Loriot-Archiv begegnet, lässt sich immer noch überzeugen, meint Weve­rinck. „Manchmal brachte nur eine kurze Pause, eine kleine Geste die Wendung zum Komischen. Das wird bleiben.“

Sie sei durch die Loriot-Schule gegangen, soll sie gesagt haben. „Dann bin ich durch die Hamann-Schule gegangen“, betont Weve­rinck. Ihre Präzision im Umgang mit Text, Ton und Beleuchtung habe manchen Mitwirkenden zur Verzweiflung getrieben. Aber das Ergebnis war immer faszinierend: „Ich profitiere davon bis heute.“

Zum Thema

Evelyn Hamann – „sie war tatsächlich fabelhaft“, Erinnerungen an Loriots geniale Partnerin. NDR-Fernsehen, 10. August, 22 Uhr

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