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„Münster kümmert sich“

Fachtagung zur Förderung des Sportpatenprojekts

Münster

Sportpaten helfen Schulkindern, Wichtiges über sich selbst und die eigenen Fähigkeiten zu lernen. Das von Sportwissenschaftlerin und Lehrerin Marie Ghanbari entwickelte Projekt wird jetzt vom Verein „Münstarity“ gefördert. Zum Auftakt gab es eine hybride Fachtagung im Rathaus.

Lukas Speckmann

Erste Fachtagung des „Krisenstabs für Kinder: Münster kümmert sich“ (v.l.): Trixi Bannert, Prof. Thorsten Wiesel, Prof. Till Utesch, Dr. Marie Ghanbari, Prorektorin Maike Tietjens, Oberbürgermeister Markus Lewe, Prof. Bernd Marschall, Niklas Raabe Foto: Mario Bok

Normalerweise tagt der städtische Corona-Krisenstab im Rathaus-Festsaal. Am Dienstagabend kamen hier unter der Ägide von Oberbürgermeister Markus Lewe jedoch ganz andere Akteure zum ersten Mal zusammen – die sich als Krisenstab für Kinder verstehen: Die Fachtagung „Münster kümmert sich“ will das „Sportpatenprojekt“ von Dr. Marie Ghanbari voranbringen, um Kindern in der Pandemie eine Perspektive zu geben.

„Wir reden von Impfungen, von Lockdown und von Inzidenzen“, sagt Dr. Ghanbari. „Kinder fehlen in der Debatte.“ Ein ganzes Lebensjahr unter Pandemie-Bedingungen – das bedeute für Kinder eine enorme psychische Belastung.

Wöchentliche Treffen

Die Sportpaten sind auch im Lockdown im Einsatz. Es sind Studierende mehrerer Fachbereiche, die sich regelmäßig um Kinder mit unterschiedlichen Entwicklungsbedingungen kümmern, sich wöchentlich draußen mit ihnen treffen, Sport treiben, spielen und manchmal auch einfach nur reden. Die Sportpaten treten als Vorbilder, Bezugspersonen und Motivatoren in Erscheinung – kurz: als beste Freunde. Die Kinder werden in ihrem Selbstvertrauen gestärkt,die Paten in ihrem Verantwortungsbewusstsein: „Sportpaten wissen, warum sie studieren“, sagt Dr. Ghanbari überzeugt.

Die Auftaktveranstaltung am Dienstag wurde als Round Table vom Verein „Münstarity“ mitorganisiert. Uni-Prorektorin Prof. Maike Tietjens, Professoren der vier beteiligten Fachbereiche (Jura, Medizin, Erziehungswissenschaften, BWL) sowie Vertreter der münsterischen Wirtschaft waren dabei – rund 20 Teilnehmer mit gebotener Corona-Distanz vor Ort, etwa ebensoviele per Video zugeschaltet. Darunter der frühere Außenminister Sigmar Gabriel, der als einer der Schirmherren des Projekts zuletzt wiederholt in Münster war. OECD-Direktor Andreas Schleicher hob in einer emotionalen Rede – live aus Paris – die weltweite Einzigartigkeit der Sportpaten hervor.

Weitere 120 Sportpatenschaften

100 Sportpaten gibt es bereits. An diesem Abend wurden weitere 120 Sportpatenschaften gesichert: Eine kostet monatlich 20 Euro. Fachtagungen dieser Art sollen künftig mindestens ein Mal jährlich stattfinden, betont Trixi Bannert von „Münstarity“.

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