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Rundgang durch das Hansaviertel

Fahrräder und Autos versperren Gehwege

Münster

Fahrräder angekettet an Laternen und Autos, die zur Hälfte auf dem Gehweg stehen: An vielen Stellen wird es in Münster auch mal eng. So zum Beispiel im Hansaviertel.

Anna Spliethoff

Geparkte Fahrräder versperren große Teile des Gehwegs an der Schillerstraße. Hendrik Weihermann (2.v.r.) vom städtischen Ordnungsamt kennt die Problematik gut, hat für den Fahrradkontrolldienst aber auch nur vier Mitarbeiter. Foto: Matthias Ahlke

Ein Fahrrad lehnt an der Hauswand, direkt gegenüber ist ein weiteres an einer Laterne angekettet. Für Menschen mit Rollator oder Rollstuhl bedeutet das: kein Durchkommen. Die Situation beobachtet Margarete Balsliemke im Hansaviertel regelmäßig. Sie hat sich an die „Arbeitsgemeinschaft Münsterscher Frauenorganisationen“ (AMF) gewandt – und hat Zuspruch erhalten.

„Uns erreichen viele Beschwerden zu Autos und Fahrrädern, die auf Gehwegen parken“, fasst Marianne Hopmann, stellvertretende Vorsitzende des AMF, zusammen. „Wir Frauen mischen uns auch bei solchen Themen ein und möchten bei der Planung beteiligt werden“, erklärt Hopmann den Grund für das Engagement.

Es wurde ein Stadtviertelspaziergang organisiert. Mit dabei: Hendrik Weihermann, Fachstellenleiter des Service- und Ordnungsdienstes der Stadt. „Wir möchten auf Stellen hinweisen, an denen es eng ist“, so Hopmann. Zudem wolle man aber auch „gegenseitige Rücksicht“ von Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern einfordern.

Stichwort Barrierefreiheit

Auch Dr. Gerhard Bonn, stellvertretender Vorsitzender der kommunalen Seniorenvertretung, nimmt am Rundgang teil: „Barrierefreiheit ist uns wichtig.“ Aber nicht nur das: Man fordere vor allem für Senioren Sitzbänke mit Rückenlehnen und Armstützen.

Marianne Hopmann

Hendrik Weihermann folgt der munteren Gruppe von etwa zehn Männern und Frauen geduldig über die Schillerstraße, die Dortmunder Straße und die Hamburger Straße. Er weiß, dass es an vielen Ecken eng ist. Die Regelung der Stadt sehe vor, dass auf dem Gehweg immer ein Meter Platz bleiben muss, damit Eltern mit Kinderwagen, Senioren mit Rollatoren oder Menschen in Rollstühlen genügend Platz haben. „Wenn das nicht der Fall ist, greift der Fahrradkontrolldienst ordnend ein“, so Weihermann. Der Fachstellenleiter sagt aber auch: „Wir haben nur vier Mitarbeiter und bestimmt 300.000 Fahrräder.“

Enorme Behinderung durch Fahrräder

Steht ein Rad im Weg, wird es zunächst in Sichtweite versetzt, so Weihermann: „Dann gibt es einen gelben Zettel, also einen netten Hinweis.“ Viele Leezen landen aber auch in der Fahrradfundstation. Den Vertretern der AMF ist das nicht genug. „Die Behinderungen durch Fahrräder und falsch abgestellte Fahrzeuge ist enorm“, so Gerhard Bonn. Oft seien es auch genau die abgesenkten Bordsteine, die zugeparkt werden. Er findet: „Da muss einfach mehr passieren.“

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