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Neugestaltung des Servatiiplatzes

Fahrradstellplätze werden zum Zankapfel

Münster

Der Servatiiplatz wird saniert: Wie der Platz aussehen soll, darüber diskutierten Vertreter der Stadt, der Bezirksbürgermeister und Anlieger bei einem Ortstermin. In vielen Punkten herrscht Einigkeit – aber längst nicht in allen.

Pjer Biederstädt

Diskutierten über den Servatiiplatz (v.l.): Bezirksbürgermeister Dr. Stephan Nonhoff (Grüne), Raimund Gerwing (Drahtesel) und Mechthild Mennebröcker (Städtische Denkmalbehörde). Foto: Pjer Biederstädt

In einem Punkt waren sich alle einig: Das Ziel der geplanten Sanierung des Servatiiplatzes ist eine deutlich verbesserte Aufenthaltsqualität. Doch über den richtigen Weg dorthin gingen die Meinungen beim Ortstermin mit Vertretern der Stadt, dem Bezirksbürgermeister Dr. Stephan Nonhoff (Grüne) und Anliegern am Dienstagmittag zum Teil weit auseinander.

Der zentrale Streitpunkt sind die Fahrradstellplätze. Die bisherigen Planungsentwürfe weisen dafür zwei Flächen aus. Dort stehen auch schon heute Fahrradständer. 70 bis 100 Leezen, sagt Raimund Gerwing, Inhaber des direkt anliegenden Fahrradgeschäftes „Drahtesel“, stünden aber zusätzlich an den Zäunen, die die Brunnen auf der Mittelachse des Platzes einfrieden. Diese Zäune kommen jedoch weg. Stattdessen sind begrünte Flächen um die reaktivierten Brunnen geplant. Das gefällt Gerwing. Dass die Planungen aber keine zusätzlichen Radständer für die 70 bis 100 Räder vorsehen, gefällt ihm nicht: „Dann herrscht ein eklatantes Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage“. Mechthild Menne­bröcker von der städtischen Denkmalbehörde – der Servatiiplatz mit dem Ensemble aus Hochhaus und Pavillon sind denkmalgeschützt – setzt auf den Lerneffekt der Radfahrer. Sie werden, so die Hoffnung, ihre Leezen an die Ständer in der Umgebung stellen. Wenn nicht, könne man bei höherem Bedarf nachjustieren. Gerwing, seit 1988 Mieter auf dem Platz, hält das für blauäugig. „Die Menschen, die in dem Hochhaus arbeiten, kommen mit dem Rad und stellen es dann irgendwo auf den Platz, wenn es kein Angebot gibt“, befürchtet er. Natürlich ist Gerwing auch aus geschäftlichen Interessen an mehr Radständern (für seine Kunden) gelegen. Gewerbetreibende in der Innenstadt zu unterstützen und diese attraktiv zu halten, sei durchaus legitim, so Bezirksbürgermeister Nonhoff.

Gerwings Vorschlag, mehr Stellplätze an der Grenze zur Eisenbahnstraße zu bauen, soll geprüft werden. Genau wie die bisher nicht eingeplante, aber geforderte Beleuchtung, eine große Müllpresse (die Behälter am Platz sind oft überfüllt), und eine öffentliche Station zum Aufpumpen der Räder und zum Laden von E-Bikes. Einigkeit herrschte darüber, dass es mehr Parkbänke geben soll.

Ob das Anlieger-Wunschpaket mit dem veranschlagten Budget von 712 000 Euro realisierbar ist, muss erst durchgerechnet werden. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein.

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