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Ratsbündnis will eine Baumschutzsatzung für Münster

Fällaktionen nur nach Genehmigung

Münster

Immer wieder gibt es aufgeregte Diskussionen über Bäume, die gefällt werden sollen – oder bereits gefällt wurden. Jetzt will das Ratsbündnis aus Grünen, SPD und Volt eine Baumschutzsatzung erarbeiten lassen. Ab einer gewissen Größe werden Fällaktionen dann genehmigungspflichtig.

Klaus Baumeister

Leandra Praetzel und Robin Korte Foto: Grüne Münster

Altes Thema, neues Bündnis: Schon zu Zeiten der schwarz-grünen Mehrheit im Rat sympathisierten die Grünen mit einer Baumschutzsatzung. „Sie war aber nicht durchsetzbar“, erinnerte der GAL-Ratsherr Robin Korte am Freitag an frühere, ergebnislose Gespräche.

Zusammen mit SPD und Volt haben die Grünen aber jetzt einen Antrag zur Einführung einer Baumschutzsatzung erarbeitet und werden ihn am Mittwoch auch im Rat einbringen. Für die Grünen gehe es darum, ein „zentrales Wahlversprechen einzulösen“, so Kortes Fraktionskollegin Leandra Praetzel bei einem Pressegespräch. Zugleich zeigten sich beide erfreut darüber, dass die Bündnispartner dieses Anliegen teilen. „Das war kein Kuhhandel“, so Korte.

Baum nur mit Genehmigung fällen

Mit der neuen, von der Stadtverwaltung im Detail noch zu erarbeitenden Satzung, werden Baumfällungen auf Privatgrundstücken ab einer gewissen Größe der Bäume genehmigungspflichtig.

Dass Hausbesitzer im Vorgriff auf mögliche Restriktionen jetzt reihenweise Bäume fällen, befürchten die Grünen nicht. Sie verweisen auf eine 2019 veröffentlichte Studie, in der die Erfahrungen von 94 bayrischen Kommunen mit einer Baumschutzsatzung ausgewertet werden. Darin heißt es: „Eine kontraproduktive Wirkung von Baumschutzverordnungen konnte nicht nachgewiesen werden.“ Auch Praetzel hält es für lebensfremd, davon auszugehen, dass „die Leute regelmäßig mit dem Maßband um den Baum gehen, um die Baumschutzsatzung auszuhebeln“.

Grüne sehen viele Vorteile

Vielmehr überwiegen für die Grünen die Vorteile. Der Erhalt von Bäumen „rücke ins öffentliche Bewusstsein“, so Praetzel. Ratsherr Korte sieht einen wesentlichen Vorteil darin, dass über den – möglichen – Erhalt eines Baumes nicht erst dann diskutiert werde, wenn er bereits am Boden liege. Ganz abgesehen davon wollen die Grünen in der Satzung festschreiben lassen, dass im Falle einer genehmigten Fällung eine Ersatzpflanzung vorgenommen werden muss.

Gleichwohl werden auch mit Baumschutzsatzung viele Bäume gefällt. In den bayrischen Kommunen werden durchschnittlich 72 Prozent der Fällanträge positiv beschieden. Doch die Grünen hoffen darauf, dass allein schon die Existenz einer behördlichen Hürde das Nachdenken über Alternativen beflügelt.

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