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Nashorn-Jungbulle Amiri

„Familienzusammenführung“ im Zoo: Hallo Papa, ich bin‘s!

Münster

Erstmals durfte jetzt der drei Monate alte Nashorn-Jungbulle Amiri im Zoo Konakt zu Vater Harry aufnehmen. Bislang wurde der Nachwuchs von der Mutter allein behütet. Das Zusammentreffen verlief komplikationslos.

Helmut P. Etzkorn

Erster Kontakt mit dem Vater: Nashorn-Jungbulle Amiri schaut sich das große Horn vom Vater Harry einmal aus der Nähe an. Die „Familienzusammenführung“ im Zoo verlief am Donnerstag unkritisch. Foto: hpe

Kurator Dr. Dirk Wewers hatte vor dem ersten Treffen von Vater und Sohn nach eigenen Worten „einen Riesenbammel“. Doch alle Befürchtungen, dass eine zornige Mama zum Schutz ihres Jungtieres den Vater mit seinem spitzen Horn angreift und dabei vielleicht der Nachwuchs unter die gewaltigen Pranken der tonnenschweren Panzertiere gerät, wichen am Donnerstagmorgen im Allwetterzoo schnell einer großen Erleichterung.

Mutter Jane riss sich zusammen

Bulle Harry blieb ganz zahm, als das drei Monate alte Nasenhörnchen Amiri erstmals hautnahen Kontakt zum Vater suchen durfte. Im Hintergrund schnaubte zwar Breitmaulnashorn-Mutter Jane heftig, sie ließ aber die Begegnung zu, und offenbar scheint es mit der erhofften Harmonie zwischen Vater und Sohn zu klappen.

Nach der problemlosen Geburt blieb der kleine Bulle zunächst in Obhut der Mutter in einem abgetrennten Bereich des Nashorngeheges. Nach einige Zeit gesellte sich Nashorndame „Vicky“ quasi als Tante dazu. „Schon diese erste Zusammenführung stimmte uns ganz optimistisch“, so Wewers.

Friedliche Zusammenführung nicht selbstverständlich

Der Erstkontakt zum Vater ist nicht unkritisch. Wewers: „Häufig befürchten die Muttertiere einen Angriff auf ihr Kleines und gehen dann sofort in Abwehrhaltung zum Vater“, so Wewers. Horn gegen Horn kann das Kräftemessen dann schnell in einem Blutvergießen enden. Deshalb die vorsichtigen Annäherungen, die seit ein paar Tagen im Zoo probiert werden. Sind die Tiere zusammen, kann kein Pfleger mehr eingreifen. „Der große und der kleine Bulle testeten spielerisch ihre Stärke aus, es ist alles ganz entspannt“, so Zoo-Sprecherin Stefanie Heeke nach der geglückten „Familienzusammenführung“. Amiri schmiegte sich mehrfach an Papa, keine Spur von Scheu oder Abneigung. Auch Mutter Jane beurteilte die Situation offenbar als ungefährlich und ließ das Jungtier gewähren.

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Breitmaulnashörner vom Aussterben bedroht

„Wir freuen uns, endlich wieder eine erfolgreiche Nashornzucht vorweisen zu können“, so Wewers. Die Breitmaulnashörner stehen bei den Wilderen in Afrika ganz oben auf der Abschussliste und sind vom Aussterben bedroht. „Ein Kilogramm Nasenhorn wird auf asiatischen Märkten höher gehandelt, als ein Kilogramm Gold“, so Wewers. Mit Kameras wird das Gehege in Münster überwacht, um Kriminelle abzuhalten. In einem Zoo westlich von Paris hatten Unbekannte im März ein Nashorn erschossen und eines der beiden Hörner abgesägt.

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