1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Fast zu gut, um echt zu sein

  6. >

Berufsdienste-Award der Rotary-Clubs

Fast zu gut, um echt zu sein

Münster

Ein Wettbewerb, dafür geschaffen, die Präsentation junger Menschen zu verfeinern. Der Auftakt erfolgte am Adolph-Kolping-Berufskolleg. Mit sechs Produkten, die es nicht gibt und einem „Hallo-wach-Effekt“.

Björn Meyer

Jurymitglieder, Schüler und Lehrer beim Berufsdienste-Award des Rotary Clubs Münster. Foto: Matthias Ahlke

„Verkaufst du das schon?“, fragt eine Mitschülerin leicht irritiert, nachdem Julián Guerra Duque Münsters vermeintlich neues Wasser „Dynamico“ präsentiert hat. Eine Flasche davon macht am Mittwochmorgen im Adolph-Kolping-Berufskolleg die Runde. Dazu laufen professionelle Bewegtbilder auf der Wand, und der 20-jährige Duque erklärt mit einer gehörigen Portion Lockerheit den Gedanken hinter dem neuen Sportwasser, das es gar nicht gibt.

Auf dem Prüfstand

Denn anstatt des Wassers steht hier der Vortragende selbst auf dem Prüfstand. Beim Berufsdienste-Award der Rotary Clubs geht es darum, sich den sogenannten Softskills von Schülern zu widmen. „Nicht nur die eigene Arbeit selbst, sondern sie auch entsprechend zu verkaufen ist wichtig“, sagt Manfred Kluthe, Abteilungsleiter der Höheren Berufsfachschule für Gestaltung.

Genau aus diesem Bereich kommen an diesem Morgen auch die Schüler. „Gestaltungstechnik“, fasst Kluthe deren verschiedenen Gänge zusammen. Diejenigen mit den besten Facharbeiten wurden ausgewählt, sich einer Jury zu stellen, der unter anderem Anja Fenneberg, Gesellschafterin des Hotels Kaiserhof, Hugo van Bremen, ehemaliger Geschäftsführer der Hobas GmbH und Dozent an der Fachhochschule Münster sowie Dr. Hans Gummersbach, ehemaliger Geschäftsführer des Handwerkskammer-Bildungszentrums, angehören.

Manfred Kluthe, Abteilungsleiter der Höheren Berufsfachschule für Gestaltung

Dem Sieger des Wettbewerbs, bei dem die sechs Schüler vor ihren Mitschülern gegeneinander antreten, winkt neben einem Geldpreis auch ein Training zur weiteren Verbesserung der eigenen Präsentationsfähigkeiten. Die Botschaft ist klar: Hier soll auf ein erfolgreiches Berufsleben vorbereitet werden, denn: „Das Zeugnis ist nur ein erster Filter“, gibt Kluthe allen Schülern mit auf den Weg.

„Wir verpacken den Büroalltag in verschiedene Sportarten“, sagt wiederum Julián Guerra Duque, nachdem er einen selbst erstellten Imagefilm gezeigt hat, der auch im Fernsehen hätte laufen können. Dann lächelt er und wendet sich an die Jury: „Sie trinken übrigens gerade Dynamico“, sagt er und zeigt auf die Flachen, aus denen die Jury schon den ganzen Morgen eingießt. Ein Knalleffekt.

Startseite
ANZEIGE