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Neujahrsempfang der FDP-Ratsfraktion

Start mit „weiblicher Diplomatie“

Münster

Neues Jahr und gleich eine Neuerung: Die münsterische FDP-Ratsfraktion veranstaltete erstmals einen Neujahrsempfang. In Münster ist die FDP in der Opposition. Da traf es sich gut, mal mit der Bürgermeisterin von Steinfurt zu reden.

FDP-Fraktionschef Jörg Berens (v.l.) begrüßte Claudia Bögel-Hoyer und Volker Beck zum Neujahrsempfang. Foto: Oliver Werner

„Das schreit nach einer Wiederholung.“ Schon bei der Begrüßung ließ der FDP-Fraktionsvorsitzende Jörg Berens keinen Zweifel daran, dass der erste Neujahrsempfang der FDP-Ratsfraktion, der am Mittwochabend im Factory-Hotel auf dem Germania-Campus stattfand, nicht der letzte sein wird.

Berens war sichtlich gut gelaunt und teilte – wie es sich für einen Oppositionspolitiker gehört – auch ordentlich aus in Richtung Rathaus. In Anwesenheit der städtischen Sozialdezernentin Cornelia Wilkens sowie des Stadtbaurates Robin Denstorff kritisierte der FDP-Fraktionschef die Stadtverwaltung sehr direkt: „Ich wünsche mir weniger Ankündigungen und mehr Pragmatismus.“ Die Zahl „lähmender Verwaltungsvorgänge“ sei einfach zu groß.

Volker Beck der Hauptredner des Abends

Hauptgast des Abends war Volker Beck, langjähriger Bundestagsabgeordneter der Grünen und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. In dieser Funktion war er auch nach Münster gekommen. Beck erinnerte daran, dass der Antisemitismus heutiger Prägung häufig in Form einer Kritik an der Politik Israels daherkomme.

Es sei unerträglich, den Umgang des Staates Israel mit den Palästinensern gleichzusetzen mit der Verfolgung der Juden durch die Nazis. Israel sei ein „sicherer Ort“ für Juden aus aller Welt, Deutschland könne sich dazu nicht neutral verhalten. Davon unabhängig sei es eine bleibende Aufgabe, jede form des Antisemitismus in diesem Land zu unterbinden. „Wir müssen alles dafür tun, dass deutsche Juden den sicheren Hafen Israel nicht in Anspruch nehmen müssen.“

Erste FDP-Bürgermeisterin

Für ein Grußwort hatte die münsterische FDP die Steinfurter Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer eingeladen. Als sie 2015 in dieses Amt gewählt wurde, war sie die erste Bürgermeisterin in Nordrhein-Westfalen mit FDP-Parteibuch. Bögel-Hoyer wurde gefragt, wie sie überhaupt ihre Projekte und Anliegen durchbringen könne, da die FDP in Steinfurter gerade einmal fünf der 54 Ratsmitglieder stelle. Die Antwort der schlagfertigen Bürgermeisterin: „Weibliche Diplomatie“.

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