Tourismus

Ferien locken Besucher nach Münster

Münster

Für viele Menschen fällt der Urlaub wegen der Corona-Krise in diesem Jahr anders aus – zur Freude vieler Hotel-Betreiber in Münster. Die Touristen kommen oft kurzfristig - und mit etwas typisch münsterischem im Gepäck.

Joel Hunold

Viele, aber nicht alle Touristen erkunden Münster mit dem Fahrrad. Manche sind auch, wie bei dieser Stadtführung, ganz klassisch zu Fuß unterwegs. Foto: Matthias Ahlke

Die Ferienzeit bringt nicht nur vielen Urlauber Erholung, sondern auch den münsterischen Hoteliers und Gastronomen: „Die Anfragen und Buchungen sind in den letzten Wochen deutlich gestiegen“, sagt Bernadette Spinnen, Leiterin von Münster Marketing. Nach Monaten leer gefegter Zimmer füllen sich die Betten langsam wieder.

Besonders Inlandstouristen kommen in diesem Jahr. „Ausländische Touristen sind gar nicht vorhanden“, sagt Bernhard Zündel, Leiter des Mövenpick-Hotels. Laut Spinnen sind zwar ein paar Niederländer in der Stadt unterwegs, doch deutsche Touristen überwiegen. Das merkt auch das Jugendgästehaus am Aasee. „Der Inlandstourismus steht ganz klar im Vordergrund. Es kommen viele Familien und mittlerweile auch kleine Gruppen“, sagt Oliver Engelhardt vom Jugendherbergsverband Westfalen-Lippe.

Kurzfristig und mit Fahrrädern im Gepäck

Gebucht werde oft kurzfristig. „Die Leute rufen teilweise von der Autobahn aus an, dass sie unterwegs sind und fragen, ob wir noch was frei haben“, erzählt Zündel. Besonders Fahrradtouren sind beliebt. „Gefühlt hat auf unserem Parkplatz jedes Auto einen Fahrradträger“, so Zündel. Zwar sei das Münsterland schon lange ein beliebtes Ziel für Radtouristen gewesen. Doch da viele Gäste aktuell Wert auf Sicherheit und Abstand lägen, was beim Fahrradfahren gegeben ist, habe die Corona-Pandemie diesen Trend verstärkt, sagt Spinnen.

Davon profitieren die außerhalb gelegenen Hotels und Gaststätten, wie das Landhaus Eggert. Dessen Inhaber, Hendrik Eggert, zugleich Vorsitzender des münsterischen Hotel- und Gaststättenverbands, berichtet: „Wir am Rand sind sehr zufrieden.“ Die Weitläufigkeit des Landes gebe seinen Gästen ein großes Sicherheitsgefühl, so Eggerts.

Bernadette Spinnen, Leiterin von Münster Marketing

In der Innenstadt wiederum haben es die Hotels deutlich schwerer. Allgemein sei die Situation noch weit vom Normalzustand entfernt. „Der ganze Geschäftstourismus fehlt. Es ist schwer vorstellbar, dass wir über 50 Prozent des normalen Umsatzes kommen“, erläutert Spinnen. Auch Wissenschaftstourismus und Schulreisen fehlen komplett.

Dabei hängen in Münster 15 ­000 Arbeitsplätze laut Münster Marketing an der Tourismus-Branche, die 2019 einen Bruttoumsatz von einer Milliarde Euro erzielt hat. Touristische Reisen alleine können die Lücke nicht füllen. „Die Hoteliers haben sich von den Ferien zum Teil mehr erhofft“, so Spinnen.

Um den Urlaubstourismus zu fördern, haben Münster Marketing und der Verein „Münsterland“ gemeinsam das Projekt „Dein Münsterland Moment“ auf die Beine gestellt. Dort können thematische Reisen und Touren gebucht werden. „Die Quintessenz aus der Krise ist, dass wir in Münster mehr mit dem Münsterland zusammenarbeiten müssen“, sagt Spinnen.

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