1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Stadt Münster kündigt Verbotszone für Feuerwerk an

  6. >

Reaktion auf Silvesternacht

Stadt Münster kündigt Verbotszone für Feuerwerk an

Münster

Deutschlandweit geht die Debatte um ein Böllerverbot weiter. Nach den Erfahrungen der zurückliegenden Silvesternacht hat die Stadt Münster nun reagiert: In der Innenstadt wird es künftig eine Verbotszone für Feuerwerk geben. 

Von Niklas Wieczorek und Pjer Biederstädt

Auf dem Domplatz wurden zum Jahreswechsel wieder zahlreiche Raketen und Böller gezündet. Für den kommenden Jahreswechsel richtet die Stadt eine Verbotszone in der Innenstadt ein. Foto: hpe

Etliche Einsätze für Polizei und Feuerwehr und viele extreme Verletzungen: Wenige Tage nach dem Jahreswechsel zieht die Stadt Münster Konsequenzen. Für die kommende Silvesternacht kündigt sie in der Altstadt eine Verbotszone für Feuerwerk an.

Vor allem auf dem Domplatz, aber auch am Prinzipalmarkt und in angrenzenden Straßenzügen soll das Abbrennen und Mitführen von Pyrotechnik verboten sein, teilte das Rathaus am Donnerstag mit. Weitere Bereiche sollen geprüft werden. Auf Nachfrage kündigte die Verwaltung für Dezember eine Verfügung mit präziser Abgrenzung des Verbots an.

Ordnungsamt soll Einhaltung kontrollieren

Noch vor Silvester hatte Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer die gesetzliche Regulierung als ausreichend bezeichnet. Jetzt kündigt er eine „geänderte Marschroute“ an. Ihm zufolge haben zwei Beobachtungen dazu geführt: das Abbrennen von Feuerwerk in unmittelbarer Nähe des Doms und das Zielen von Feuerwerksraketen auf Passanten. Das Verbot soll nun also „aus Gründen der Gefahrenabwehr“ erlassen werden.

Die Einhaltung müsse das Ordnungsamt kontrollieren, teilte eine Polizeisprecherin mit. Die Polizei unterstütze erst, wenn sie hinzugerufen werde. Der Kommunale Ordnungsdienst sei ausgebildet und erfahren für diese Einsatzlage, bekräftigte die Stadt. „Darüber hinaus wird es hier voraussichtlich zu der bewährten Zusammenarbeit mit der Polizei kommen.“

Unfallpotenzial auf Vor-Corona-Niveau

Das Bild nach der Silvesternacht in Münster war nicht einheitlich: Die Polizei konstatierte einen „größtenteils friedlichen Jahreswechsel“. Die Feuerwehr musste zu vielen Kleinbränden ausrücken. Zudem sorgte die mutmaßliche Brandstiftung an sieben Pkw am Düesbergweg für Schrecken.

„Glücklicherweise haben wir an Silvester in Münster nicht die Verhältnisse wie anderenorts“, sagte Heuer mit Blick auf Bilder aus anderen deutschen Städten. Und doch habe das Stör- und Unfallpotenzial in Münster zu Silvester wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht. Dazu kamen viele schwere Verletzungen. Drei Personen erblindeten nach Unfällen mit Feuerwerk, wie das Universitätsklinikum berichtete.

Kommentar: Aktionismus der Stadt

Heuer: Knallböller hinterfragen

Die Stadt sieht Aufklärung über die Gefahren der Pyrotechnik, insbesondere in Verbindung mit Alkoholkonsum, als notwendig an. Ein gesamtstädtisches Pyro-Verbot sei gesetzlich aber noch nicht möglich, so Heuer. Er fordert, vor allem reine Knallböller zu hinterfragen. Auf die Anregung von Gottfried Wingler-Scholz, Chef der städtischen Feuerwehr, ein zentrales Feuerwerk anzubieten, reagiert die Verwaltung derweil verhalten: Ein positiver Effekt sei bei der Größe Münsters schwer abzuschätzen, heißt es.

Startseite