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"Unternehmen Demokratie"

Firmen werben für Bekenntnis zum Rechtsstaat

Münster

Es erging jedem ganz ähnlich, ohne dass sie darüber sprachen. Irgendwann ging die Diskussion aber in der Küche der Bürogemeinschaft am Alten Steinweg los: Warum sind diejenigen, die über unseren Rechtsstaat und unser Gemeinwesen hetzten und nölen so laut – und warum andere so leise?

Karin Völker

Andreas Rauchfuß (l.) und Jürgen Herzog  sind zwei der Initiatoren des Netzwerks „Unternehmen Demokratie“. Sie hoffen auf Verstärkung.   Foto: Karin Völker

Die anderen, das sind zum Beispiel Andreas Rauchfuß, Geschäftsführer der Unternehmensberatung „Move“ und Jürgen Herzog mit seiner Firma „Büro & Co.“. „Wir profitieren als Unternehmer und Bürger von Rechtssicherheit und Demokratie, funktionierender Verwaltung“, sagt Herzog. Gemeinsam mit Rauchfuß und anderen Unternehmern suchte er Gleichgesinnte in der Wirtschaft, die sich stark machen für demokratische Errungenschaften, die von krakeelenden Wutbürgern schlecht geredet werde.

Demokratischen Kräfte Stärken

Mittlerweile sind es rund zehn Firmen in Münster, deren Chefs sich regelmäßig treffen, um zu überlegen, wie man dem Netzwerk „Unternehmen Demokratie“ in Münster Leben einhauchen kann. „Wir wollen die demokratischen Kräfte stärken, ohne dabei fundierte Kritik an Missständen zu vergessen.

Dabei sind weitere kleinere Beratungsunternehmen, aber auch die Physiotherapiepraxis Gaby Montag, der Optiker „Brille Austermann“ oder die Betreiber des Programmkinos Cinema.

Einiges haben sie sich schon vorgenommen und teilweise umgesetzt: Mitarbeiter sollen animiert werden, sich als Wahlhelfer, Schöffen oder in einer demokratischen Partei zu engagieren und sich in den unabhängigen Medien wie Tageszeitungen zu informieren.

„Parteipolitische Neutralität ist Voraussetzung, aber wir haben uns auch einfach bewusst gemacht, wie wichtig es ist, in der Firma Gespräche über Politik anzuzetteln und zu appellieren, sich generell an Wahlen zu beteiligen."

Mit gutem Beispiel voran

„Viele Menschen heute haben gar nicht gelernt, sich zum freiheitlichen Rechtsstaat zu bekennen, betrachten das Leben in Frieden und Freiheit als selbstverständlich“, sagt Rauchfuß. Gaby Sonntag betont, dass die ihre Karriere als Unternehmerin mit rund 30 Angestellten ohne die Strukturen des Staates nicht möglich gewesen wäre.

„Wir wollen, dass der Wert unserer Demokratie den Menschen ins Bewusstsein kommt und mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt Herzig. Er hat sich früher in Münster unter anderem für den Verein „Eltern helfen Eltern“ bei der Gründung von selbstbetriebenen privaten Kitas engagiert – und dabei erlebt, wie viel Privatleute mit Unterstützung von Staat und Kommune erreichen können. Jetzt ist es für ihn Zeit, sich wieder bürgerschaftlich engagieren.

Die Gruppe freut sich über Verstärkung. Nächstes Treffen ist am Montag (15. Mai) um 19 Uhr in der Bürogemeinschaft von „Move“ und anderen, Alter Steinweg 46. Interessierte können sich oer Mail rauchfuss@move-muenster.de mit der Gruppe in Verbindung setzen.

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