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Große Evakuierung in Münster

Franziskus-Hospital sieht sich gewappnet

Münster

Der Umfang der Vorbereitungen auf die Stadtteil-Evakuierung am Sonntag war im St.-Franziskus-Hospital groß. Doch eine umsichtige Planung und etwas Glück haben dazu geführt, dass nun kaum Patienten verlegt werden müssen.

Björn Meyer

Pflegedirektor Leonhard Decker (v.l.), Prof. Dr. Christoph Bremer, Ärztlicher Direktor, und Geschäftsführerin Annika Wolter haben sich mit den rund 2100 Mitarbeitern des Franziskus-Hospitals auf die Evakuierung im Stadtteil Mauritz bis ins Detail vorbereitet. Foto: Björn Meyer

Seit Monaten ist die Leitung des St.-Franziskus-Hospitals mit der anstehenden Evakuierung im Stadtteil Mauritz beschäftigt. Wenige Tage vor der Evakuierung am Sonntag steht nun ein Ergebnis, dass sich sehen lassen kann. Maximal 20, voraussichtlich aber noch weniger Patienten müssen an diesem Tag in eine andere Einrichtung verlegt werden, dabei betreut das St.-Franziskus-Hospital bis zu 600 Patienten am Tag.

Großer Teil des Krankenhauses ist sicherer Bereich

Nicht zuletzt ein glücklicher Umstand war es, der dem Franziskus-Hospital in die Karten spielte, denn aufgrund der baulichen Struktur müssen nicht alle Bereiche geräumt werden. Ein unabhängiges Gutachten hat ein knappes Viertel der räumlichen Fläche als sichere Bereiche ausgewiesen. Zusätzliches Glück: Zu diesen sicheren Bereichen gehören unter anderem die Erwachsenenintensiv- sowie die Frühchenstation. Also zwei Bereiche mit sehr sensiblen Patienten.

Rund 180 Patienten können so vor Ort weiter versorgt werden. Um Hunderte weitere Patienten nicht verlegen zu müssen, hat man sich im Franziskus-Hospital dazu entschieden, die Belegung so zu steuern, dass möglichst alle weiteren Patienten bis zum Wochenende entlassen sind.

Pflegedirektor Leonhard Decker (v.l.), Prof. Dr. Christoph Bremer, Ärztlicher Direktor, und Geschäftsführerin Annika Wolter haben sich mit den rund 2100 Mitarbeitern des Franziskus-Hospitals auf die Evakuierung im Stadtteil Mauritz bis ins Detail vorbereitet. Foto: Björn Meyer

"Immenser organisatorischer Aufwand"

Es sei sowohl ein immenser technischer, als auch organisatorischer Aufwand gewesen, machte Annika Wolter, Geschäftsführerin des Franziskus-Hospitals, am Donnerstag deutlich. Abermals glücklicher Zufall: Wolter ist erst wenige Monate in Münster, kann aber von ihrer vorherigen Stelle bei den Kliniken der Stadt Köln in Merheim im Bezug auf Evakuierungen auf Erfahrungen zurückgreifen.

Franziskaner-Einrichtungen

Die Franziskanerinnen von Münster/St. Mauritz sind Träger des Seniorenzentrums Haus Maria-Trost und des Altenheims für Ordensangehörige St. Heriburg-Haus in Münster. Beide Heime beherbergen insgesamt 148 Menschen, die am Sonntag evakuiert werden. Die Bewohner des St. Heri­burg-Hauses werden an diesem Tag nach Telgte fahren und dem Schwesternkonvent am St. Rochus-Hospital einen Besuch abstatten. Drei Schwestern werden per Liegendtransport in das St. Franziskus-Haus in Nordwalde gebracht. Fünf Sprinter werden Bewohner, die im Rollstuhl befördert werden müssen, nach Telgte fahren. 20 Bewohner des Seniorenzentrums Haus Maria-Trost verbringen einen Tag bei ihren Angehörigen. Alle anderen Bewohner werden laut dem Träger nach Seppenrade ins St. Josefshaus evakuiert.

Rettungsdienst fährt Franziskus nicht mehr an

Doch trotz aller Erfahrungen, die Detailarbeit musste das Franziskus-Hospital von Grund auf neu regeln. Und die Bandbreite dafür war groß. Von mehr Personal als üblich, über vor Ort in die sicheren Bereiche gezogenen Rufbereitschaften bis hin zu einer geänderten, medizinischen Sauerstoffversorgung, weil der dafür vorgesehene Tank leergefahren werden muss. Auch Rettungsdienste fahren das Franziskus ab Freitagabend nicht mehr an. Wer bis zur Evakuierung des Stadtteils fußläufig vorstellig wird, wird aber versorgt.

Prof. Dr. Christoph Bremer, Ärztlicher Direktor der Einrichtung, ist sich sicher, dass hinsichtlich der Versorgung alles gut laufen werde. Seine Sorge gilt eher externen Faktoren. Gehe die Evakuierung des Stadtteils schnell vonstatten, bedeute das auch eine kürzere Ausnahmesituation für das Krankenhaus.

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