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Prozess am Landgericht

Frau legte Brände und wird zu langer Haftstrafe verurteilt

Münster

Die Angeklagte legte kein Geständnis ab, doch es half ihr nichts. Das Gericht verurteilte die 54-jährige Münsteranerin wegen schwerer Brandstiftung zu einer langen Haftstrafe.

-kv-

Bei den Bränden in den Häusern „Am Hornbach“ kam es zu starker Rauchentwicklung Foto: Helmut Etzkorn

Eine 54-jährige Münsteranerin ist am Montag vor dem Landgericht wegen schwerer Brandstiftung in zwei Fallen zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Ein Geständnis gab es im Laufe des Prozesses nicht, das Gericht sah es aber als erwiesen an, dass die Frau aus Handorf im Oktober vergangenen Jahres in den Kellern zweier Mehrfamilienhäuser in der Straße „Am Hornbach“ in Handorf Feuer gelegt hatte. Zwei Menschen wurden durch die enorme Rauchentwicklung damals verletzt, die Häuser waren nach dem Brand zunächst nicht bewohnbar.

Vorwurf versuchten Mordes stand im Raum

Zunächst stand bei dem Prozess auch der Vorwurf des versuchten Mordes im Raum. Dass die Frau vorsätzlich Menschen in Lebensgefahr bringen wollte, konnte allerdings nicht bewiesen werden, so Gerichtssprecher Dr. Steffen Vahlhaus.

Die Polizei war der 54-Jährigen durch eine Zeugenaussage auf die Spur gekommen. Ein Bewohner hatte sie mit ihrem Hund kurz vor dem Brand im Keller angetroffen – und festgestellt, dass es sich nicht um eine Bewohnerin handelte. Die Spur führte auch zu der Angeklagten, weil sie bereits zuvor wegen Brandstiftung verurteilt worden war. Damals hatte sie Feuer in Heckengehölzen in der Nähe ihrer Wohnung am Wacholderweg gelegt.

Kein Motiv war zu ergründen

Ein Motiv für die Tat konnte das Gericht nicht ergründen, da die Angeklagte, die seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft sitzt, zu allen Vorwürfen schwieg. Nach einem psychiatrischen Gutachten gilt sie als schuldfähig. Gegen das Urteil ist Revision möglich.

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