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Förderverein Münster-Lublin feiert 30 Jahre Städtepartnerschaft

Freunde in bewegten Zeiten

Münster

Seit drei Jahrzehnten blüht die Städtepartnerschaft zwischen Münster und Lublin. Auch wenn es aktuell in der großen Politik Spannungen zwischen beiden Ländern gibt, verstehen sich die Bürger untereinander ausgesprochen gut. Das wurde auch beim Jubiläumsabend des Fördervereins Münster-Lublin deutlich.

Von Dirk Anger

Die Vorsitzende des Fördervereins Münster-Lublin, Michaela Heuer (vorne 2.v.l.) verfolgte mit der polnischen Vizekonsulin Foto: Dirk Anger

„Die Städtepartnerschaft Münster-Lublin ist wichtig, weil . . .“ Diesen Satz zu vervollständigen und mit Leben zu füllen, ist Inhalt eines knapp 20-minütigen Films, den der Förderverein Münster-Lublin zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft auf den Weg gebracht hat – und zwar mit Protagonisten aus beiden Städten; mit jungen Menschen, die nur ein Europa der offenen Grenzen kennen, und denen, die sich noch lebhaft an die schweren Zeiten des Eisernen Vorhangs erinnern können. Was die Generationen eint: der Wunsch nach Austausch und Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen.

Zum offiziellen Abschluss des Jubiläumsabends fand der zweisprachige Film mit Untertiteln am Dienstag in der Rüstkammer des Rathauses vor rund 50 Gästen seine Premiere. Seitdem ist er auch im Internet bei Youtube zu sehen.

Vizekonsulin lobt Bürger-Engagement

Mit Blick auf die Pandemie habe man sich vorsorglich für diese digitale Option entschieden, erläuterte die Fördervereinsvorsitzende Michael Heuer. Und sie dankte den Brückenbauern der Bürger-Städtepartnerschaft für die vergangenen 30 Jahre – „Ansporn, um auch die nächsten 30 Jahre zur Erfolgsgeschichte zu machen“. Was die engagierte Vorsitzende des Fördervereins dabei antreibt, machte sie sehr deutlich: „Die deutsch-polnische Freundschaft ist zu wichtig, dass wir sie allein den Politikern überlassen dürfen.“

Daran schien die polnische Vizekonsulin Anita Mikołajczak anzuknüpfen, als sie erklärte, dass das Engagement der Zivilgesellschaft meist unabhängig von den Dingen sei, die zwischen Berlin und Warschau passierten. „Sie sind der Grund, dass Freundschaft intensiviert wird“, sagte die Vertreterin des Generalkonsuls in Köln, die während ihrer Studienzeit auch Vorlesungen in Münster besucht hatte, wie sie verriet.

Bedeutung der Fördervereine

Oberbürgermeister Markus Lewe schwärmte unterdessen von Lublin als „weltoffene Stadt“ und erinnerte an die Trias zusammen mit Rishon LeZion in Israel. Mit Blick auf das bürgerschaftliche Engagement sagte er: „Humor, Vertrauen, Miteinander – das ist es, was Fördervereine leisten können.“

Die besten Wünsche von Lublins Stadtpräsident überbrachte Ratsmitglied Piotr Choduń, mit einem ausdrücklichen Dank an Michaela Heuer. „Wir hoffen auf eine weitere jahrelange Zusammenarbeit der Heimatstädte.“

Plädoyer für Zusammenhalt

Ein eindringliches Plädoyer für intensive nachbarschaftliche Kontakte hielt Dr. Witold Matwiejczyk, Vorsitzender des Bürgervereins Lublin-Münster – ungeachtet der Tatsache, „dass auf oberster politischer Stufe die Wege auseinander zu gehen schienen“. Der Professor der Katholischen Universität in Lublin erinnert an seine Stipendiatenzeit Mitte der 80er-Jahre in Münster – und wie ihm damals beim Papst-Besuch in Münster ein eigens mitgebrachter Klappstuhl bis heute währende Freundschaften beschert hat. „Unterstützen Sie diese Kontakte“, lautete sein Appell.

Musikalisch gestalteten Risa Adachi (Klavier) und John Henrik Mackenroth (Violoncello) den Abend. Zum Auftakt gab es dem freudigen Anlass entsprechend die Europahymne.

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