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Wegen ihrer Dreadlocks

"Fridays For Future" verbietet Musikerin aus Münster den Auftritt

Münster/Hannover

Die Musikerin Ronja Maltzahn aus Münster darf nicht bei der am Freitag geplanten Demonstration von "Fridays for Future" in Hannover auftreten. Der Grund: ihre Dreadlocks.

Von Jonas Wiening

Ronja Maltzahn bei einem Auftritt in Münster. Foto: Pjer Biederstädt

Die Münsteraner Musikerin Ronja Maltzahn wollte am Freitag (25. März) bei einer großen Demonstration von "Fridays for Future" in Hannover auftreten. Doch jetzt haben die Klima-Aktivisten den Auftritt der 27-Jährigen abgesagt. Der Grund: die Dreadlocks der Musikerin.

In der Begründung schreibt  "Fridays for Future" aus Hannover, dass es nicht vertretbar sei, dass eine weiße Person mit Dreadlocks die Gruppe auf der Bühne repräsentiere. "Dreadlocks bei weißen Menschen sind eine Form der kulturellen Aneigung, da (...) es in den Zeiten der Sklaverei von weißen Menschen als ein Zeichen der Unterdrückung genutzt wurde", argumentiert die Ortsgruppe der Klima-Bewegung in einer Instagram-Nachricht an Maltzahn die spontane Absage des Auftritts.

"Fridays for Future" wollen "antirassistisches Narrativ" setzen

Weiter schreiben die Aktivisten, dass sie bei dem globalen Streik am Freitag  auf ein "antikolonialistisches und antirassistisches Narrativ setzen". "Fridays for Future" entschuldigt sich zudem für die kurzfristige Absage und dafür,  dass sie sich nicht vorher schon ausführlich mit dem Thema beschäftigt hätten. Maltzahn sei trotzdem zum Protest eingeladen, um "in einen Austausch zu gehen". Sollte sie sich dazu entscheiden, bis Freitag ihre Dreadlocks abzuschneiden, dürfe sie doch spielen und die Absage würde zurückgenommen.

Ronja Maltzahn (mit Gitarre) trat vor zwei Wochen noch gemeinsam mit dem BlueBird Orchestra bei einem Benefizkonzert in Münster auf. Foto: Gerke

Maltzahn selbst zeigt sich enttäuscht von der Absage. "Wir haben uns darauf gefreut ein Zeichen für Frieden und gegen Diskriminierung mit unserer Musik setzen zu dürfen", schreibt sie auf Instagram. "Schade, dass wir aufgrund von äußerlichen Merkmalen ausgeschlossen werden." Sie selbst möchte niemanden aufgrund ihrer kulturellen Herkunft Herkunft diskriminieren, sondern vielmehr kultureller Vielfalt eine Bühne geben. Sie stehe für "Gender-Equality, Achtsamkeit und Toleranz" ein.

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