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„Fridays for Future“

Globaler Klimastreik: 7000 Teilnehmer beim Protestzug in Münster

Münster

Elfter globaler Klima-Streik, Münster ist dabei: In der Spitze folgten 7000 Menschen dem Aufruf von Fridays for Future Münster, für eine entschlossenere Klimapolitik auf die Straße zu gehen. Darunter nicht nur Schüler und Studenten.

In Deutschland gingen in rund 270 Orten laut Veranstalter Fridays for Future insgesamt 280 000 Menschen auf die Straße. In Münster schlossen sich in der Spitze 7000 Menschen den Protesten an. Foto: Pjer Biederstädt

Krieg, Gasmangel, Inflation – bei all den Krisen sei es wichtig, dass die Klimakrise nicht in Vergessenheit gerate und möglichst viele in Münster dem Aufruf von Fridays for Future zum elften globalen Klima-Streik folgten, sagt Mitorganisatorin Carla Bardehle vor der Demonstration. Der fast leere Schlossplatz rund 15 Minuten vor dem Beginn lässt Zweifel aufkommen, ob sich ihr Wunsch erfüllen wird. Doch die Zweifel lösen sich schnell in Luft auf.

Blitzartig füllt sich das Areal, um kurz nach 14 Uhr starten 4500 Menschen auf die Runde durch die Innenstadt, immer mehr schließen sich an, in der Spitze sind es 7000 Teilnehmende, wie Polizei und Veranstalter übereinstimmend angeben.

Querschnitt durch die Gesellschaft

Von der Großmutter in Steppjacke bis zum schwarz gekleideten Jung-Antikapitalisten sind alle vertreten. In der Mehrzahl sind die Protestler Studierende und Schüler aus Münster. Doch das gilt längst nicht für alle. Bernadette Klaus (61) und ihr Mann Manfred Wewel (71) sind extra aus Billerbeck angereist – Letzterer mit dem Fahrrad. „Wir sind hier, um auf die Problematik der Klimaveränderung aufmerksam zu machen“, sagt Wewel. Die Folgen könnten sie im Wald direkt vor ihrer Haustür beobachten. „Vor zehn Jahren war alles super, jetzt ist ein Viertel der Bäume kaputt“, sagt Bernadette Klaus. Ihrem Mann liegt neben den lokal zu beobachtenden Folgen auch „der Blick über den Tellerrand“ am Herzen.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Klima-Streiks, den Fokus auf den von Klimakatastrophen besonders betroffenen globalen Süden zu richten, habe ihn dazu bewogen, erstmals nach Münster zum Klima-Streik zu kommen. Konkret fordere Fridays for Future, dass die Bundesregierung 100 Milliarden Euro aus dem Haushalt für politische Klimagerechtigkeit bereithält und davon Entschädigungen an betroffene Länder bezahlt, erklärt Carla Bardehle.

Kritische Stimmen am Straßenrand

Am Rande der Demo-Route schauen die meisten Passanten dem bunten Tross einfach zu. Aber spätestens, als die Menschenmenge den Ludgerikreisel lahmlegt, sind aus Autos und vom Straßenrand auch kritische Stimmen hörbar. „Haben die denn nichts Besseres zu tun?“, fragt ein Fußgänger kopfschüttelnd, eine Autofahrerin lädt ihren Frust über die Wartezeit bei einem Polizisten ab. Die Verkehrsbehinderungen sind jedoch nur von kurzer Dauer, nach zwei Stunden kehren die Demonstranten zurückDie Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ hatte für Freitag (23. September) zum elften globalen Klimastreik aufgerufen. Nach Angaben der Organisation sind Aktionen auf allen Kontinenten geplant, allein in Deutschland über 240. Auch in Münster wird unter dem Motto „#PeopleNotProfit“ gestreikt.

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