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Reihe geht der Geschichte der Bewegung und ihrer Radikalisierung auf den Grund

Friedensdialoge über Täufer

Münster

Die Veranstaltungsreihe „1648 – Dialoge zum Frieden“ knüpft im Reformationsjahr 2017 an eine historische Episode an, die Münster fundamental geprägt hat und noch heute Anlass für brisante Diskussionen ist: das Wirken der Täufer, einer emanzipatorischen, religiös-reformatorischen Bewegung, die in eine Schreckensherrschaft überging und 1535 in der belagerten Stadt unterging.

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Laden ein zur Reihe „1648 – Dialoge zum Frieden“ (v.l.): Prof. Alfons Kenkmann, Bernadette Spinnen von Münster Marketing, Oberbürgermeister Markus Lewe und Prof. Franz-Josef Jakobi. Foto: Stadt Münster

Im Mittelpunkt stehen zwei Diskussionen im Rathausfestsaal, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung. Am 5. Oktober (Donnerstag) fragen Experten ausgehend von der Wirkungsgeschichte der Täufer: „Wie und warum kann sich eine religiöse Bewegung so radikalisieren?“ Aus unterschiedlichen Perspektiven gehen sie der Frage nach den Ursachen von Radikalisierung und religiös begründeter Gewalt nach. Es diskutieren:

► Seyran Ates: Als muslimische Frau gehört die Autorin und Rechtsanwältin zu den bedeutendsten Stimmen im Kampf gegen religiöse und traditionsgebundene Gewalt. Aktuell war sie mit der Eröffnung der der liberalen Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin in den Schlagzeilen.

► Christoph Reuter: Der Nahostkorrespondent des „Spiegel“ berichtet seit fast 30 Jahren aus der Region.

► Prof. Dr. Thomas Hauschild: Der Ethnologe und Kultursoziologe ist 2017 Hans-Blumenberg-Gastprofessor am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster.

Am 11. Oktober diskutieren mit Blick auf die Geschichte der Täufer Fachleute aus den Bereichen Stadtgeschichte, Wissenschaft, Kunst und Kultur über die eisernen Körbe am Turm von St. Lamberti. Heute oft wahrgenommen als schauerliche Sehenswürdigkeit oder auch als ein Wahrzeichen Münsters, symbolisieren sie die dramatischen Ereignisse der Jahre 1534 und 1535. Damals wurden die gefolterten und hingerichteten Täufer zur Abschreckung in den Käfigen aufgehängt.

Teilnehmer dieses Diskussionsabends sind die Münsteraner Prof. Dr. Franz-Josef Jakobi, Thomas Seifert und Jan Matthias Hoffrogge sowie der Kunstwissenschaftler Prof. Dr. Florian Matzner und die Leiterin der Mennonitischen Forschungsstelle Weierhof Dr. Astrid von Schlachta.

Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei, eine Anmeldung erforderlich (E-Mail: dialoge-zum-frieden@stadt-muenster.de).

Das gesamte Programm der „Dialoge“-Reihe enthält ein Faltblatt, das in der Münster-Information im Stadthaus 1, Heinrich-Brüning-Straße 9, ausliegt.

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