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FDP will Reserveflächen anders nutzen

Friedhöfe wachsen nicht mehr

Münster

Jahrzehntelang ging man davon aus, dass Friedhöfe wachsen. Entsprechend haben die Stadt und auch die Kirchen Reserveflächen vorgehalten. Doch in Zeiten der Urnenbestattung reicht das bestehende Angebot. Die FDP will über die Flächen neu nachdenken.

Von Klaus Baumeister

Auch auf dem Zentralfriedhof gibt es immer mehr freie Grabstellen. Foto: Oliver Werner

Münster hat ein Problem mit Flächenkonkurrenz. Bauland und Gewerbeflächen sind sehr gefragt. Werden neue Flächen in Anspruch genommen, müssen zugleich – um den behördlich geforderten Naturschutz zu sichern – Ausgleichsflächen geschaffen werden, die dann wiederum der Landwirtschaft nicht zur Verfügung stehen.

Die FDP-Ratsfraktion kennt dieses Problem und reagiert darauf mit einem Antrag, bei dem man um die Ecke denken muss. Das deutet sich bereits beim Titel an: „Reserveflächen der Friedhöfe für Ausgleichsmaßnahme nutzbar machen“.

Andere Bestattungskultur

In ihrem Antrag verweist die Partei auf den grundlegenden Wandel bei der Bestattungskultur: „Mit wachsender Beliebtheit von Ur­nenbestattungen und der Verwendung von Kolumbarien ist es nur folgerichtig, dass in Zukunft weniger Friedhofsfläche als in den vergangenen Jahrzehnten benötigt wird.“ Erst jüngst habe der Leiter des münsterischen Zentralfriedhofs, Markus Kortewille, darauf hingewiesen, dass es auf dem Friedhof Platz für weitere Bestattungen geben.

Da die aktuell vorhandenen Friedhofsflächen nach Ansicht der FDP dauerhaft ausreichend sind, plädiert sie dafür, die vorhandenen Reserveflächen für Friedhofserweiterungen umzuwidmen und gegebenenfalls als Ausgleichsflächen auszuweisen. Konkret nennt die FDP Reserveflächen in Angelmodde und Hiltrup. Ferner soll die Stadt mit den Kirchen über deren Reserveflächen verhandeln.

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