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St.-Franziskus-Hospital

Neue Frühgeborenen-Intensivstation: Mehr Raum für Nähe ist das Ziel

Münster

Das St.-Franziskus-Hospital hat am Mittwoch die Pläne für die neue Frühgeborenen-Intensivstation präsentiert. Darunter sind auch technische Kniffe, die die Behandlung detailreich verbessern sollen.

Von Helmut P. Etzkorn

Die Pläne für den Neubau im Bestand wurden am Mittwochnachmittag im Franziskus-Hospital von Dr. Thomas Frank, Chefarzt der Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin, und Regionalgeschäftsführerin Annika Wolter vorgestellt. Foto: hpe

Für Annika Wolter, Regionalgeschäftsführerin des Franziskus-Hospitals, geht „eine Herzensangelegenheit in Erfüllung“. Seit 2006 wurde stadtweit in einer Spendenaktion für den Neubau der Frühgeborenen-Intensivstation geworben, inzwischen sind mehr als eine Million Euro eingegangen und ermöglichen so den Beginn der knapp fünf Millionen Euro teuren Bauarbeiten im Bestand.

„Ohne die privaten Spenden wäre das nicht möglich gewesen, da der Gesetzgeber keine ausreichenden Mittel für ganzheitliche Behandlungskonzepte, die auch die Raumgestaltung mit einbeziehen, vorsieht“, sagt Wolter. Nun kann das Projekt „Mehr Raum für Nähe“ bis Mitte 2024 optimal umgesetzt werden und sichert „eine enge Bindung zwischen Eltern und Kind von der Aufnahme bis zur Entlassung“, verspricht der Chefarzt der Kinderintensivmedizin, Dr. Thomas Frank.

Viel mehr Platz

Statt knapp 400 stehen künftig rund 1200 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, nur noch zwei Eltern mit ihren Kindern müssen sich ein Zimmer teilen. Durch den Ausbau entstehe nun der gewünschte und deutlich umfangreichere Raum für Nähe. „Für eine gute Entwicklung der Babys, die bei ihrer Geburt teilweise weit unter 1000 Gramm wiegen, braucht es neben der bestmöglichen medizinischen Versorgung auch ausreichend Platz, damit die Eltern rund um die Uhr dabei sein können, ist Frank überzeugt.

„Das stärkt die Bindung und schafft eine Privatsphäre, die gerade für Familien auf einer Neugeborenen-Intensivstation wichtig ist“, so der Chefarzt. Mit einem entsprechenden Licht- und Geräuschkonzept soll von Anfang an eine entspannte Atmosphäre in der Station erzeugt werden. „Eltern werden sich hier wohlfühlen, weil wir die kleinen Patienten ganzheitlich versorgen können“, so Frank.

Besonderer Lichtwechsel auf der Station

Das Lichtkonzept habe auch für die Erstbehandlung eine wichtige Bedeutung. Oberärztin Dr. Meike Franssen: „Schon im Mutterleib erleben Babys in den letzten Monaten des Wachsens den Rhythmus von Tag und Nacht. Dieser Lichtwechsel wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Kleinen aus. Kommen nun Babys zu früh auf die Welt, ist dieser tägliche und sanfte Wechsel nicht mehr gegeben.“ Künftig könne mit einer entsprechenden zyklischen Beleuchtung auf der Intensivstation der Tag-Nacht-Wechsel der Babys im Mutterlieb nachempfunden werden, so Franssen.

Mütter sollen miteinbezogen werden

Ein Highlight der neuen Station sollen die beiden Mutter-Kind-Intensivzimmer sein, die ein „Rooming in“ ermöglichen. Frank: „Dort können die Mütter selbst bei extrem früh geborenen und sehr kranken Babys schon in den ersten Lebenstagen in die Versorgung mit einbezogen werden und von Anfang an eine Beziehung zum Kind aufbauen.“

Jährlich werden am Franziskus-Hospital rund 10.000 Babys und Kinder stationär und ambulant versorgt. 400 von ihnen sind Frühchen, von denen sich rund zehn Prozent im kritischen Zustand von unter 1500 Gramm bei der Geburt befinden.

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