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Familienglück

Frühchen Hannes ist Weihnachten endlich zu Hause

Münster

Baby Hannes hatte es eilig: Acht Wochen zu früh kam der dritte Sohn der Familie Karth im St. Franziskus-Hospital Münster zur Welt. Wegen der coronabedingten Besuchsbeschränkungen konnten seine beiden Geschwister ihn noch nicht kennenlernen – doch jetzt, kurz vor Weihnachten, darf Hannes nach Hause.

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Chefarzt Dr. Thomas Frank (rechts) zeigt auf das „Ausgang“-Schild der Frühchenstation. Kerstin und Tobias Karth sind ihm gemeinsam mit Hannes (Mitte) bereits in Richtung Lüdinghausen gefolgt, Stefanie Görzen aus dem Pflegeteam (links) wünschte der Familie alles Gute. Foto: St.-Franziskus-Hospital

Familie Karth ist seit dem 3. November 2020 zu fünft: Mit Baby Hannes kam an diesem Tag der dritte Sohn im St. Franziskus-Hospital Münster zur Welt. Doch anders als bei den großen Brüdern Maximilian (4,5) und Fiete (1,5) hatte Mutter Kerstin eine schwierige Schwangerschaft und der Kleine wurde rund acht Wochen zu früh geboren, teilt das Krankenhaus mit.

So verbrachte er die erste Zeit auf der Frühchenstation. Wegen der aktuellen Besuchsbeschränkungen konnten seine Geschwister ihn noch nicht kennen lernen. Auch die Mutter ist seit Wochen bei Hannes und nur sporadisch zu Hause in Lüdinghausen. Doch in diesen Tagen stand die Entlassung an und die Familie war sich einig: „Weihnachten wird in diesem Jahr unser Highlight.“

Ärzte in Sorge um die Mutter

In der 29. Schwangerschaftswoche wurde bei Kerstin Karth eine Schwangerschaftsvergiftung festgestellt. Rund eineinhalb Wochen wurde sie stationär behandelt, nach einem kurzen Aufenthalt zu Hause musste sie wieder zurück ins St. Franziskus-Hospital: Der Zustand von Mutter und Kind war wieder schlechter geworden. „Vor allem mein hoher Blutdruck hat den Ärzten Sorge bereitet, auch dem Baby ging es nicht gut“, erzählt die 34-Jährige. Als die Werte des Kleinen sich dann rapide verschlechterten, wurde der Kaiserschnitt angesetzt.

Spenden für Mehr Raum für Nähe

Im nächsten Bauabschnitt stehen die Erweiterung und Modernisierung der Intensivstation für Frühgeborene und kranke Neugeborene an. Hier werden die Eltern bei der Behandlung von Anfang an einbezogen – weil ihre Nähe die Kinder nachweislich besser gesunden lässt. Doch der familiengerechte Ausbau ist aufwendig und kostet etwa fünf Millionen Euro. Da der Gesetzgeber für solche ganzheitlichen Behandlungskonzepte keine ausreichenden Mittel vorsieht, muss das St. Franziskus-Hospital mehr als eine Million Euro durch Spenden aufbringen. Die WN begleiten die Kampagne „Mehr Raum für Nähe“ als Medienpartner.

Das Spendenkonto: St. Franziskus-Hospital, IBAN DE02 4006 0265 0007 3736 10.

Hannes wog bei der Geburt 1380 Gramm und war 38 Zentimeter groß. „Zu Beginn waren wir mit dem Zustand des Kleinen sehr zufrieden. Er wurde im Inkubator behandelt und atmete mit Unterstützung selbstständig. Nach wenigen Tagen musste zur Entlastung eine Gefäßbrücke zwischen Lungen- und Körperkreislauf medikamentös geschlossen werden, die offengeblieben war. Seither gedeiht er prächtig“, freut sich Dr. Thomas Frank, Chefarzt der Klinik für Neonatologie und Kinderintensivmedizin.

Kerstin Karth

„Den ersten Anblick unseres Babys mit Atemmaske und Überwachungstechnik werde ich nie vergessen“, so Vater Tobias Karth. Beeindruckt waren die Eltern von der Arbeit des Teams auf der Frühchenstation. Mutter Kerstin Karth: „Meine größte Angst war es, meinen kleinen Sohn allein zurückzulassen, wenn ich am Abend in mein Wohnheimzimmer am Hospital gehen oder auch mal nach Hause fahren wollte. Doch das Loslassen wurde mir leichtgemacht und ich konnte mit Ruhe die Zeit mit den größeren Söhnen genießen.“ Gewünscht hätten sich die Karths, dass es auf der Station mehr Raum für die Eltern gegeben hätte, um in der schwierigen Zeit Rückzugs- und Gesprächsmöglichkeiten zu haben.

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