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Missbrauch: Urteil gegen Kevin S.

Fünf Jahre und drei Monate Haft

Münster

Sein Geständnis bewahrte ihn wohl vor einer höheren Freiheitsstrafe: Dennoch muss Kevin S. aus Heiligenhaus für mehrere Jahre in Haft. Sein Verfahren gehört zum Missbrauchskomplex Münster.

Von Dirk Anger

Muss wegen schweren sexuellen Missbrauchs für fünf Jahre und drei Monate hinter Gitter: Kevin S. (vorne) aus Heiligenhaus Foto: Dirk Anger

Nach dem Geständnis am Ende des zweiten Verhandlungstages ist der Prozess gegen Kevin S. wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern schneller zu Ende gegangen als ursprünglich geplant: Das Landgericht Münster verurteilte den 35-Jährigen aus Heiligenhaus am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten. Der Angeklagte hatte gemeinsam mit Adrian V., dem Hauptbeschuldigten im sogenannten Missbrauchskomplex Münster, dessen zehnjährigen Ziehsohn schwer sexuell missbraucht. Zu den Taten ist es in Münster und am Wohnort von Kevin S. gekommen. Zur Anbahnung des Missbrauchs diente offenbar eine pädophile Chat-Gruppe.

Staatsanwalt forderte sechs Jahre Haft

Mit ihrem Urteil blieb die 121. Große Strafkammer etwas unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Zugunsten des Angeklagten wertete das Gericht sein umfängliches Geständnis und die Tatsache, dass er nicht vorbestraft war. Die Anklagebehörde hatte nach Gerichtsangaben eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren gefordert. Die Verteidigung hielt eine Strafe von vier Jahren und sechs Monaten für schuldangemessen.

Keine Sicherungsverwahrung

Die Plädoyers wie auch Teile der Urteilsverkündung fanden unter anderem wegen schutzwürdiger Interessen des Opfers unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Voraussetzung für eine Sicherungsverwahrung im Anschluss an die verbüßte Freiheitsstrafe kam nach Ansicht aller Verfahrensbeteiligten in diesem Fall nicht in Betracht, so Gerichtssprecher Dr. Steffen Vahlhaus.

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