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30 Jahre „Kooperation Landwirtschaft – Wasserwirtschaft“

Für die Reinheit des Lebenselixiers

Münster

Beim Thema Wasser haben Landwirte und Stadtwerke mitunter gegenläufige Interessen. Dennoch geht die Kooperation Landwirtschaft – Wasserwirtschaft in ihr viertes Jahrzehnt. Eine Erfolgsgeschichte...

Von Björn Meyer

Betriebe, die sich der Kooperation anschließen, werden mitunter finanziell unterstützt. Förderung erhält aber nur, wer Gewässerschutzmaßnahmen umsetzt, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. Vertreter der Kooperation feierten dies nun – standesgemäß – mit einem Glas Wasser (u.l.). Rechts zu sehen sind die Wasserschutzgebiete im Stadtgebiet Münster. Foto: Stadtwerke

Das kostbarste Gut, das wir haben, ist in Deutschland mitunter auch das selbstverständlichste: sauberes Trinkwasser. Wie schnell es aber fehlen kann und welche Auswirkungen das hat, haben die Menschen noch in diesem Jahr während der Flutkatastrophe im Ahrtal vor Augen geführt bekommen. Doch auch ohne Naturkatastrophen ist sauberes Wasser alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Vielmehr ist es harte Arbeit, kaum etwas werde so engmaschig kontrolliert wie das Trinkwasser, sagt Sebastian Jurczyk, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Münster. Die Stadtwerke sind Teil der „Kooperation Landwirtschaft – Wasserwirtschaft“, die nach 30 Jahren des Bestehens nun um weitere fünf Jahre verlängert wurde.

Ein Erfolgsrezept der Kooperation sieht Dr. Waltraud Ruhland, Ständige Vertreterin des Kammerdirektors der Landwirtschaftskammer NRW, in „der lokalen Handhabung“. Gerade besonderen Herausforderungen sei mit dem Wissen vor Ort am besten zu begegnen. Auch Heinz-Georg Hartmann, Kreislandwirt und seit sieben Jahren Vorsitzender der Kooperation, lobt sowohl das wertschätzende Miteinander als auch den Willen, Dinge gemeinsam anzugehen. Er betont den präventiven Gedanken: „Wir wollen nicht erst das Schlechte verbessern, sondern es gar nicht erst schlecht werden lassen.“

Wasserhahn schlägt Supermarkt

Jurczyk, erst seit zwei Jahren bei den Stadtwerken im Amt, betont exemplarisch die niedrigen Nitratwerte und macht eine interessante Rechnung auf, die die Bedeutung von sauberem Trinkwasser hervorhebt. Eine Kiste Wasser im Supermarkt koste sicher vier Euro. Der Erwerb sei zudem mit CO-Emissionen und Plastikverbrauch verbunden. „Für vier Euro bekommt man bei uns rund 2400 Liter direkt ins Haus geliefert – ohne CO2 und Plastik“, so Jurczyk.

Exemplarisch für den Willen, Wasser und Gewässer in Münster zu schätzen, steht nicht zuletzt das neue Wasserschutzgebiet in Münsters Südwesten, das sich bis in den Kreis Coesfeld erstreckt und den Offer- sowie den Kannenbach schützen soll. Zwei Bäche, die die Trinkwasserqualität in der Hohen Ward beeinflussen können. Das Gebiet ist eines von fünf Wasserschutzgebieten Münsters, die zusammengenommen auf eine Fläche von rund 7700 Hektar kommen. Rund 50 Landwirte bewirtschaften Land in der neuen Schutzzone. 16 davon haben sich bereits der für die Landwirte freiwilligen Kooperation angeschlossen. Das betreffe allerdings vor allem Landwirte im Kreis Coesfeld. „Ich bin aber zuversichtlich, dass sich auch Landwirte aus Münster noch weiter anschließen werden“, so Schulze Bockeloh.

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