1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Furiose Aufwärmübung der Donots für „Rock am Ring“

  6. >

Konzert in der Sputnikhalle

Furiose Aufwärmübung der Donots für „Rock am Ring“

Münster

Genau 888 Tage haben die Donots wegen Corona kein Konzert gespielt. Jetzt haben die Punkrocker in der Sputnikhalle aus Ibbenbüren und Münster beim Heimspiel in der Sputnikhalle gezeigt, dass sie rein gar nichts verlernt haben.

Von Pjer Biederstädt

Ingo Knollmann sieht rot. Foto: Pjer Biederstädt

Wenn das Aufwärmen ist, was ist denn dann Ernst? Die Donots eröffnen am Freitag (3. Juni 2022) das Riesen-Festival "Rock am Ring". Um sich aufzuwärmen, haben sie vorab spontan ein Heimspiel in den Tour-Kalender geschoben.  Doch was die Jungs da am Donnerstagabend in der Sputnikhalle am Hawerkamp abgeliefert haben, fühlte sich nicht nach Stretching an.

Es gab keine Vorband, es gab direkt Punk-Rock, und zwar volles Rohr aufs Dach. Ingo und Guido Knollmann, Alex Siedenbiedel, Jan-Dirk „Purgen“ Poggemann und Eike Herwig präsentierten sich in absoluter Spiellaune. Die über 700 Fans machten eine Party draus. "Was ihr hier veranstaltet, müssen die 80.000 am Ring erst mal toppen", lobte Ingo Knollmann das Publikum.

"Kraut-Surfen" statt Crowdsurfen

Es war das erste Konzert der Kult-Band - abgesehen von einem kleinen Privatkonzert am Vorabend - seit langer Zeit. "Danke für den warmen Empfang nach dieser kalten Zeit. Endlich wieder Konzerte", sagte Frontmann Ingo Knollmann. Die Fans dankten es mit "Donots, Donots"-Sprechchören, Moshpits und Kräutertöpfen.

Ja, richtig gelesen, einige Fans hatten Blumen und Kräuter mitgebracht. "Ich mag Blumen!", sagte Ingo Knollmann und hatte gleich einen Verwendungszweck parat: Weil Crowdsurfen in Pandemie-Zeiten noch nicht wieder so angesagt sei, schlug er als Alternative "Kraut-Surfen" vor und ließ die Pflanzen über die Menge ans Ende des rappelvollen Saals transportieren.

Es folgte Hit auf Hit, ein viel umjubeltes Statement gegen Faschismus und jede Menge gute Laune dieser durch und durch sympathischen Band, ehe der Tourbus draußen den Motor anschmiss, um mit bestens aufgewärmter Donots-Mannschaft gen Süden zu fahren.  Die Fans gingen beseelt nach Hause, ohne zu wissen, dass es für sie noch ein großes Lob von ungewohnter Stelle gab:  Ein Security-Mann adelte sie als das netteste Publikum überhaupt. Wenn das nichts heißt! Erfolgreicher Abend für alle also.

Startseite
ANZEIGE