Polizei zeigt Präsenz
Scharfschützen, Hubschrauber und Tausende Beamte sichern G7-Treffen
Münster
Die Polizei wird während des G7-Treffens starke Präsenz zeigen. Es gelte, sowohl die Staatsgäste als auch die geplanten Demonstrationen zu schützen, so Polizeipräsidentin Dorndorf. Neben Hubschraubern werden auch Scharfschützen im Einsatz sein.
Scharfschützen auf Hausdächern, Hubschrauber in der Luft und Tausende Polizisten – zum Teil mit Pferden – am Boden: Mit ihrem „gesamten Instrumentarium“ will die münsterische Polizei das G7-Außenministertreffen in der kommenden Woche schützen. „Unser Ziel ist klar: Höchste Priorität hat die Sicherheit der Staatsgäste und der Delegationen“, so Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf.
Zugleich gelte es, die Freiheit des Demonstrationsrechts zu schützen. Laut Polizei sind für Donnerstag und Freitag bislang zwölf Demonstrationen mit insgesamt mehreren Tausend Teilnehmern angemeldet worden. „Wo und wann sie stattfinden, wird aktuell noch mit den Organisatoren besprochen“, so Polizeisprecher Jan Schabacker. Er geht davon aus, das die Demonstrationen „grundsätzlich friedlich“ verlaufen werden.
Keine Hinweise auf konkrete Gefährdung
Hinweise auf eine konkrete Gefährdung des G7-Treffens gebe es nicht. Zugleich sei die Polizei auf alle Szenarien vorbereitet – selbst auf einen möglichen Anschlag. Die abstrakte Anschlagsgefahr sei in Deutschland „konstant hoch“.
Daher werde die Polizei auch den Luftraum über Münster im Blick haben. Die Beamten, die im Einsatz sind, werden in einem Umkreis von 50 Kilometern in Hotels untergebracht.
Warnung vor Verkehrsbehinderungen
Verkehrsteilnehmer müssen während des G7-Treffens mit Behinderungen rechnen, wenn sich die Fahrzeugkolonnen mit den Staatsgästen in der Innenstadt bewegen, so Schabacker. „Die Kolonnen werden Vorrang haben.“
Die Polizei geht zudem von Beeinträchtigungen durch anreisende Demonstranten aus – auf den Einfallstraßen, aber auch im Bereich des Hauptbahnhofs. „Wer wichtige Termine hat, sollte ein großes Zeitpolster einplanen“, rät der Polizeisprecher. Zudem empfiehlt er Pendlern, über Homeoffice nachzudenken.
Pressezentrum im LWL-Museum
Das Pressezentrum des G7-Treffens befindet sich im LWL-Museum für Kunst und Kultur am Domplatz. Landesdirektor Dr. Georg Lunemann rechnet mit rund 200 Journalisten. Der Beginn der Barbarossa-Sonderausstellung müsse daher um eine Woche verschoben werden.
Das Museum bleibt ab Sonntagabend für eine Woche geschlossen. Das entspreche einem Ausfall von 5000 Besuchern oder 25.000 Euro. Dennoch, so Lunemann, sei er „stolz“, das Museum für das Treffen zur Verfügung stellen zu können.
Weitere Informationen rund um das politische Großereignis finden Sie außerdem auf unserer Special-Seite zum Treffen der G7-Außenminister in Münster 2022.
Einzelhändlern und Gastronomen, die aus Sicherheitsgründen nicht öffnen dürfen und dafür entschädigt werden wollen, rät die Stadt, sich an die Polizei zu wenden.
Kein öffentlicher Termin geplant
Wer hofft, die Außenminister zu sehen, wird möglicherweise enttäuscht werden, betont der städtische G7-Koordinator Rainer Uetz. Es handele sich um ein reines Arbeitstreffen. Ein Termin in der Öffentlichkeit – zum Beispiel auf dem Balkon des Stadtweinhauses – sei bislang nicht geplant.
