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Demonstrationen am Rande des G7-Treffens

Kundgebungen unter Tränen

Münster

Auch am zweiten Tag wurde das G7-Außenministertreffen von Demonstrationen begleitet. Besonders emotional wurde es bei einer Kundgebung der ukrainischen Gemeinde.

250 Ukrainer forderten von den G7-Außenministern mehr Unterstützung. Foto: Pjer Biederstädt

Gänsehaut pur am Prinzipalmarkt: Als die 250 Ukrainerinnen und Ukrainer ihre Nationalhymne anstimmen, können viele im Meer aus blau-gelben Fahnen die Tränen nicht zurückhalten. Die Kundgebung der ukrainischen Gemeinde – organisiert von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) – ist der emotionale Höhepunkt der Proteste am zweiten Tag des G7-Außenministertreffens.

„Wir fordern von den G7-Staaten dauerhafte und verstärkte Unterstützung der von Putin-Russland überfallenen Ukraine – politisch, wirtschaftlich, humanitär, militärisch“, ruft Dr. Kajo Schukalla von der GfbV den im Rathaus sitzenden Außenministern hinüber. Der Jubel ertönt wegen der Übersetzung zeitverzögert, aber lautstark. Und es wird noch lauter, als Schukalla sagt: „Wir alle wollen endlich Frieden. Er darf aber nicht auf Kosten der Ukraine erreicht werden.“

Haarsträhnen für den Iran

Die Demonstranten, darunter viele Frauen und Kinder, lassen sich auch von einem Störer nicht aus dem Konzept bringen. „Keine Waffenlieferungen an die Ukraine“, schreit er. Weiter kommt er nicht, sofort sind vier Polizisten da.

Beteiligt an der Demo ist auch die Tibet-Initiative. „Wir wollen das G7-Treffen nutzen, um auf die illegale Besetzung Tibets durch China und vor allem auf die Zwangsinternate, in denen Kleinkinder einer Gehirnwäsche unterzogen werden, aufmerksam zu machen“, sagt Exil-Tibeterin Tenzyn Zöchbauer. Die extra aus Berlin angereiste Geschäftsführerin der Tibet-Initiative Deutschland kritisiert zudem den Teilverkauf eines Hafenterminals in Hamburg an China.

Solidarität mit den Demonstrierenden in Iran

Am Stubengassenplatz haben sich unterdessen etwa 100 Menschen zu einer Kundgebung der Initiative „Zusammenleben willkommen“ versammelt, um ihre Solidarität mit den Demonstrierenden in Iran zu bekunden. „Frauen leben in Freiheit“, skandieren die Demonstranten, einige weinen, andere lassen sich Haarsträhnen abschneiden, so wie es iranische Frauen aus Protest gegen staatliche Unterdrückung und Gewalt seit dem Tod der 22-jährigen Mahsa im Gewahrsam der nationalen Sittenpolizei getan haben.

Gleiches Anliegen, andere Veranstalter: Wie schon am Donnerstag hält der Verein für politische Flüchtlinge am frühen Abend eine Kundgebung am Schloss ab.

Alle grundlegenden Informationen zum G7-Treffen in Münster finden Sie auf unserer Special-Seite. Und unter folgendem Link steht das gesamte WN-Angebot vier Wochen kostenfrei zur Verfügung: wn.de/digitalbasis

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