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Kompromiss im Streit um Gasometer-Gelände

Der Sozialpalast geht – darf aber wiederkommen

Münster

Es ist das Ende eines monatelangen Streits: Die Stadtwerke Münster und der Verein Sozialpalast haben sich auf ein weiteres Vorgehen auf dem Gasometer-Gelände am Albersloher Weg geeinigt und einen Kompromiss erzielt, der beiden dient.

Von pdb/pd

Der Gasometer am Albersloher Weg soll eine neue Nutzung erhalten. Ein wichtiger Meilenstein war dafür nun die Einigung zwischen Stadtwerken und Sozialpalast. Foto: Matthias Ahlke (Archivbild)

Einigung im Streit um das Gasometer-Gelände: Der Verein Sozialpalast hat zugesagt, das Grundstück bis Ende Dezember zu räumen. So können die Stadtwerke die geplante „Gasometer-Börse“ als Informationsveranstaltung für potenzielle Investoren zum Auftakt des Konzeptvergabeverfahrens im Januar in neutralem Umfeld durchführen. Doch auch die Stadtwerke machten Zugeständnisse.

Eine weitere Zwischennutzung des Sozialpalastes soll vertraglich vereinbart werden, heißt es in der Mitteilung beider Parteien. Der neue Mietvertrag soll am 1. Februar beginnen und mit dem Verkauf des Areals an einen neuen Eigentümer enden. Dem Verein wird so ermöglicht, weiterhin dort sein soziales und kulturelles Angebot durchzuführen, wie der Stadtrat es beschlossen hatte. Zu berücksichtigen sind dabei die Belange der Anwohner. Die hatten zuletzt Bedenken wegen Lärmbelästigung geäußert.

Zufrieden mit dem Kompromiss

Mit dem Kompromiss wird laut Mitteilung ein „chancengleiches Konzeptvergabeverfahren für alle Beteiligten und damit die städtebauliche Entwicklung des Grundstücks gesichert, ein Leerstand des Geländes während des Verfahrens aber vermieden“.

Der Kompromiss sei erst einmal zufriedenstellend, sagte Erik Biembacher vom Sozialpalast. Nun käme es auf die genaue Ausformulierung des Mietvertrages an. Der Verein will nun parallel zum kommerziellen Konzeptvergabeverfahren ein alternatives Konzept für die zukünftige Nutzung des Gasometers entwickeln. "Gleichzeitig bekennen wir uns dazu, das demokratische, durch den Rat der Stadt Münster legitimierte Ergebnis des Wettbewerbs anzuerkennen“, sagt Kathrin Xiao vom Verein Sozialpalast.

Gleiche Chancen für alle

Die Stadtwerke-Geschäftsführung sagte: „Uns geht es darum, den Ratsantrag zur Entwicklung des Gasometer-Geländes umzusetzen. Dafür ist ein chancengleiches Verfahren für alle Beteiligten Voraussetzung. Die Vereinbarung sichert dies und gibt einem potenziellen Investor die Sicherheit, das ausgearbeitete Konzept auch umsetzen zu können“.

Das Gasometer-Gelände am Albersloher Weg ist für die Stadtwerke nicht mehr betriebsnotwendig und wurde in den letzten Jahren punktuell kulturell genutzt – seit 2021 verstetigte sich eine solche soziale und kulturelle Nutzung durch den Verein Sozialpalast. Im Februar 2022 hat der Rat die Stadtwerke beauftragt, das Grundstück rund um den denkmalgeschützten Gasometer einer städtebaulichen Nutzung zuzuführen und dafür ein Konzeptvergabeverfahren durchzuführen.

Ziel ist es laut der Pressemitteilung, neben der kommerziellen auch eine kulturelle Nutzung auf dem Gelände zu ermöglichen. Der Rat behielt sich dabei vor, gegebenenfalls eine rein sozialkulturelle Nutzung einer kommerziellen Nutzung vorzuziehen. 

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