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Indro organisiert Veranstaltung

Gedenken an Drogentote am Bremer Platz

Münster

2018 gab es in Münster offiziell fünf Drogentote; die Dunkelziffer ist vermutlich größer. Der Drogenhilfeverein „Indro“ organisierte nun eine Gedenkveranstaltung.

wn

Für den Drogenhilfeverein Indro im Einsatz: Olivia Wojtusiak (l.) und Eva Gesigora (Mitte) Foto: pd

Aus Anlass des „Internationalen Drogen­totengedenktags“ veranstaltete der Drogenhilfeverein Indro für die Szene am Bremer Platz eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an verstorbene Drogenkonsumenten. Laut Pressemitteilung nahmen 50 Personen daran teil. Neben Kaffee und Kuchen wurden auch weiße Rosen und Buttons kostenlos verteilt, und die Teilnehmer ließen Luftballone mit Gedenkkarten steigen.

Der seit 1998 weltweit in Hunderten Städten organisierte Gedenktag ist aber nicht nur als ein Tag der Trauer gedacht, sondern er soll auch dazu ermutigen, die aktuelle Drogenpolitik kritisch zu hinterfragen, heißt es in einer Pressemitteilung von Indro. In Münster habe die Polizei 2018 fünf Drogentodesfälle gemeldet, wobei allerdings Todesfälle aufgrund von Folge- und Begleiterkrankungen des Schwarzmarkt-Drogenkonsums statistisch nicht mit erfasst wurden.

„Der Großteil der Drogenkonsumenten wird nicht Opfer bestimmter Drogen, sondern einer verfehlten, hartnäckig wissenschaftliche Erkenntnisse ignorierenden repressiv-prohibitiven Drogenpolitik“, so Indro-Leiter Ralf Gerlach. Besonders den Anwohnern des Bremer Platzes würden die „durch die Prohibition erzeugte Problematik“ anhand der dramatischen Zustände in der Grünanlage tagtäglich in aller Drastik vor Augen geführt. Ein drogenpolitisches „weiter so“ sei keine Option.

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