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Remembrance Day

Gedenken an Transgender-Tote

Münster

Am Kanonengraben fand am Wochenende eine Veranstaltung im Zuge des Remembrance Day statt. An diesem Tag wird verstorbenen Transgender-Menschen gedacht.

Von Maria Conlan

Sänger Vergissmeinnicht, im Vordergrund Blumenkranz und Einzelschicksale Foto: Maria Conlan

Zum zweiten Mal wurde in Münster am 20. November aller Transgender-Toten gedacht. Der „Day of Remembrance“ erinnert an alle Opfer der Transphobie. Am Kanonengraben fanden sich am Samstagnachmittag dafür knapp 100 Menschen ein. Sie lasen die Namen auf den Gedenkbändern, legten Blumen am Kranz ab, hörten Gedenkreden zu einzelnen Toten und Lieder zur Thematik. 404 Bänder trugen Namen von Transgender-Opfern. Genannt darauf wurden Namen, Ort, Todesursache und Datum.

Von vielen Ländern liegen gar keine Zahlen vor. Bei der Statistik handelt es sich um 96 Prozent Transfrauen. Durchschnittlich waren die Opfer nur 30 Jahre alt, die jüngste gerade mal 13 Jahre, die älteste 68 Jahre. Aus Deutschland ist ein Fall öffentlich geworden: Am 14. September dieses Jahres verbrannte sich die iranischstämmige Transfrau Ella öffentlich auf dem Alexanderplatz in Berlin.

404 Bänder trugen Namen von Transgender-Opfern. Foto: Maria Conlan

Berührende Gedenkworte sprach eine Bekannte per Audiobotschaft. Weitere Texte erinnerten an Einzelschicksale, ob aus Australien, Afrika, Pakistan, USA oder Türkei, ob Suizid oder Mord. Die Lieder am Samstag (live von Vergissmeinnicht und anderen per Band) handelten von Visionen für ein Leben als transsexueller Mensch ohne Angst, ohne Verstellungen und der Möglichkeit, „einfach ich selbst zu sein“. Organisiert wurden diese Gedenkminuten durch „track“, „GegenGrau“, „DykeMarch“, „proFamilia“, „FSG“ und „TIMs e.V.“. Die Veranstalter hoffen, dass sich der Remembrance Day in Münster etablieren wird und auch nächstes Jahr an die Toten erinnert werden wird.

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