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Skulpturen-Wettbewerb gefordert

Gegenkultur zu den Kriegerdenkmälern

Münster

Die Stadtgesellschaft in Münster diskutiert schon seit einiger Zeit über die Kriegerdenkmäler, die es auf dem Stadtgebiet gibt. Häufig erinnern diese an deutsche Kriegsheroen früherer Zeiten, ohne eine aktuelle Einordnung vorzunehmen. Jetzt gibt es einen Vorschlag, einen Wettbewerb mit Gegenskulpturen zu den problematischsten Denkmälern auszurichten.

wn

 Das Train-Denkmal an der Promenade. Foto: Matthias Ahlke

Die Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes/Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Münster begrüßt den neuen Konsens in der Stadt, dass die Kriegerdenkmäler kritisch eingeordnet werden. Diese seien zumeist revanchistisch und kriegsverherrlichend. „Informationen und Kommentierungen“ an Denkmälern seien „unerlässlich“, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt.

Zum Beispiel dürfen das Train- oder das Dreizehner-Denkmal nicht länger unkommentiert in Münsters Öffentlichkeit stehen. Mit dem Train-Denkmal werde zweier toter Soldaten gedacht, die mit ihrer Militäreinheit Teil eines Völkermords im südlichen Afrika an Tausenden Herero und Nama waren.

Das Dreizehner-Denkmal wurde in den 50er-Jahren um das Gedenken an tote deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges erweitert, heißt es weiter. Es heroisiere den „Heldentod“. Die Gesellschaft müsse deutliche Zeichen gegen den als Rechtspopulismus verharmlosten, wieder aufkeimenden Faschismus setzen.

Krieg löse keine Probleme und bringe nur Elend über die Menschen. „Wegen des deutschen Faschismus stehen wir in besonderer Verantwortung.“ Die Vereinigung ist deshalb der Auffassung, dass die Denkmäler nicht nur mit Info-Schildern in den historischen Kontext gestellt werden sollten: Eine künstlerisch-inhaltliche Gegenkultur der „Friedensstadt“ Münster sei die logische Schlussfolgerung.

Die VVN-BdA fordert die Stadt auf, einen Wettbewerb mit Gegenskulpturen zu den problematischsten Kriegerdenkmälern auszurichten. Diese Skulpturen sollen Demokratie, Frieden und Menschenrechte dem alten Militarismus entgegensetzen. Sie müssten so gestaltet sein, dass sie einen Kontrapunkt darstellen. Gleichzeitig sollen Kurz-Infos auf einem Schild die Geschichte des ursprünglichen Denkmals und die Kritik an diesem verdeutlichen.

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