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NRW will hiesige Hersteller von Medizinprodukten stärken

Geld für Gesundheitsbranche

Münster

Der Gesundheitssektor hat für die Wirtschaft in der Region zuhehmende Bedeutung. Da Land fördert nun die Gesundheitsregion Münster.

Medizinprodukte wie der Covid-Schnelltest unterliegen der EU-Medizinprodukteverordnung. Die Regularien stellen vor allem kleine und junge Herstellerfirmen vor Herausforderungen. Ihnen greift das Land NRW nun unter die Arme. Foto: SHVETS production

Die EU will Medizinprodukte, wozu beispielsweise Corona-Schnelltests, Implantate, Herzschrittmacher, Infusionsmittel und Verbandsstoffe zählen, noch sicherer machen. Bestmöglicher Patientenschutz soll garantiert werden.

Die neuen Anforderungen stellen aber gerade kleine und mittlere Hersteller sowie innovative Start-ups auch in der Gesundheitsregion Münster vor große Herausforderungen, wie es in einer Pressemitteilung der Wirtschaftsförderung Münster heißt. Die Erfüllung der EU-Regularien gleicht einer Mammut-Aufgabe. Hinzu kommt, dass viele Betriebe die Schäden bei Missachtung der Medizinprodukteverordnung noch nicht richtig einordnen. Aus diesem Grund unterstützt das Land NRW die münsterländische Medizintechnikbranche mit 100 000 Euro zum Aufbau einer Informationsplattform samt unterstützender Netzwerkangebote. Für die Förderung haben sich die CeNTech GmbH, Bioanalytik Münster e.V. und das Netzwerk Gesundheitswirtschaft Münsterland e.V. stark gemacht und jetzt die Zusage erhalten. Sie arbeiten bereits eng in dem EU geförderten Projekt MATMED zusammen, das Innovationen im Medizinsektor gezielt voranbringen will.

Vor allem kleine und junge Unternehmen werden adressiert

„Die vom Land NRW geförderte Initiative in der Gesundheitsregion Münster wird eine Vielzahl von Medizinherstellern erreichen und diese zur besseren Umsetzung der Medizinprodukteverordnung befähigen“, hebt Dr. Holger Winter, der wissenschaftliche Leiter der CeNTech GmbH, die Dringlichkeit hervor. Adressiert werden vor allem kleine und junge Unternehmen, denen es an Know-how und Manpower mangelt. „Es gilt unter anderem gestiegene Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem und die technische Dokumentation inklusive der klinischen Bewertung und Prüfung von Medizinprodukten zu berücksichtigen“, ergänzt Bioanalytik Münster-Geschäftsführerin Dr. Kathleen Spring, die auch als Technologiescout im Life-Science-Bereich und Unterstützerin regionaler Firmen in der Innovationsentwicklung agiert. Monique Bruns, Geschäftsführerin des Netzwerks Gesundheitswirtschaft Münsterland, betont: „Es wäre fatal, wenn Medizinprodukte hiesiger Firmen wegen mangelnder Kenntnisse und scheiternder Zertifizierungen vom Markt genommen werden müssen.“ Das diene weder den Patientinnen und Patienten noch den Herstellern, die in ihrer Wettbewerbsfähigkeit geschwächt werden und schlimmstenfalls gleich mit vom Markt verschwinden.

Mit mehr als 6200 Unternehmen und mehr als 26 000 Beschäftigten gilt die Medizintechnikbranche in NRW gemäß einer Potenzialstudie als Wachstums- und Innovationsmotor.

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