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Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises tagt online

Geldeinbußen durch Corona

Münster

Corona-bedingt wird erwartet, dass die Kirchensteuereinnahmen im evangelischen Kirchenkreis im kommenden Jahr um acht bis zehn Prozent sinken. Neben finanziellen und personellen Veränderungen ging es bei der Kreissynode auch um das Thema sexualisierte Gewalt.

wn

Superintendent Holger Erdmann leitet vor der Kamera die Synode aus dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Münster Foto: Evangelischer Kirchenkreis

Im Online-Format tagte jetzt die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Münster unter der Leitung von Superintendent Holger Erdmann. Vom heimischen Computer aus waren die knapp 100 Mitglieder mit dem zentralen Sendeort im Dietrich-Bonhoefferhaus in Münster verbunden.

Im Zentrum der Synode stand die Beratung und Verabschiedung des kreiskirchlichen Haushalts für das Jahr 2021, heißt es in einer Pressemitteilung. Stefan Goed­sche, Fachbereichsleiter Finanzen, wies in seiner Einbringung darauf hin, dass das Kirchensteueraufkommen im laufenden Jahr Corona-bedingt zwischen acht und zehn Prozent niedriger ausfallen werde als geplant. Aufgrund der konservativen Haushaltsplanung sei diese Entwicklung jedoch zu bewältigen. Die wirklich finanzielle Herausforderung komme in den kommenden Jahren auf den Evangelischen Kirchenkreis Münster zu, so Goedsche.

Der Haushalt für das Jahr 2021 sieht vor, den Kirchengemeinden von den voraussichtlichen Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 15,44 Millionen Euro knapp 8,7 Millionen Euro zuzuweisen. Sie finanzieren aus ihrem Etat alle Ausgaben inklusive der Pfarrbesoldung. Die Gemeinsamen Gemeindlichen Dienste (Kindertageseinrichtungen, Diakonie Münster, Bildung und Erziehung und Offene Jugendarbeit) erhalten zusammen 2,66 Millionen Euro. Für die Erfüllung seiner gemeindeübergreifenden Aufgaben stehen dem Kirchenkreis knapp 2,8 Millionen Euro zur Verfügung. Zur Finanzierung der landeskirchlich organisierten kirchlichen Entwicklungshilfe, Weltmission und Ökumene trägt der Evangelische Kirchenkreis Münster 2021 rund 779 000 Euro bei.

Vor dem Hintergrund des bereits im vergangenen Jahr von der Evangelischen Kirche in Westfalen verabschiedeten Kirchengesetzes zum Schutz vor sexualisierter Gewalt hat die Synode laut Mitteilung die Einrichtung einer halben Stelle für die Arbeit zum Thema sexualisierte Gewalt beschlossen. Kernstück des Gesetzes bildet die Verpflichtung, überall und auf allen Ebenen ein für die konkrete Situation vor Ort passendes Schutzkonzept zu erarbeiten, das eine Risikoanalyse, die Fortbildungen aller Mitarbeitenden und die Erarbeitung eines Interventions- beziehungsweise Notfallplans beinhaltet, heißt es.

Christliche Popularmusik soll im Evangelischen Kirchenkreis Münster auch in Zukunft eine Rolle spielen. Dazu wurde die Verlängerung der Stelle des Popkantors für weitere fünf Jahre beschlossen. Seit 2015 hat Popkantor Hans Werner Scharnowski mit zahlreichen musikalischen Projekten, darunter der erfolgreichen Aufführung mehrerer Musicals in der Halle Münsterland, viele Menschen begeistert.

Nach 31 Jahren im Evangelischen Kirchenkreis Münster verabschiedete sich Pfarrer Thomas Groll aus der Synode. Der 60-Jährige war seit 2017 Vorsitzender des Nominierungsausschusses und hatte nach dem Tod von Ulf Schlien die Aufgabe des stellvertretenden Superintendenten inne. Thomas Groll wird im Januar einen Auftrag als „Pfarrer für Supervision und die Begleitung und Fortbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand“ im Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen übernehmen.

Auch für Pfarrer Thomas Thilo aus der Erlöserkirchengemeinde war es die letzte Synode. Der 65-Jährige geht im März in den Ruhestand.

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