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Zukunftstechnologie

Rat bekennt sich ausdrücklich zur Geothermie

Münster

Wärme aus der Tiefe: In den vergangenen Wochen wurde viel über die Möglichkeiten der Geothermie für Münster diskutiert. Jetzt hat der Rat erste Pflöcke eingeschlagen.

Einstimmig plädierte der Rat am Mittwoch für die Nutzung der Geothermie. Foto: Oliver Werner

Gerade einmal 18 Minuten dauerte am Mittwochabend die Aussprache über das wohl ehrgeizigste Projekt, das die Stadt Münster – näherhin die Stadtwerke – in den kommenden Jahren angehen möchten. Einstimmig beschloss der Rat, dass Geothermie (Erdwärme) zu einer tragenden Säule für die Wärmeversorgung werden soll.

Der Geologische Dienst des Landes NRW hatte der Region Münster und Münsterland jüngst attestiert, für die Nutzung der Geothermie gut geeignet zu sein. Das bedeutet im Detail, dass sich in einer Tiefe von 1000 bis 6000 Meter ausreichend wasserführende Schichten mit warmem Wasser befinden, die man „anzapfen“ kann.

Bislang keine kritische Grundstimmung in der Stadt

Vertreter aller Parteien begrüßten das jetzt beschlossene weitere Vorgehen. GAL-Ratsherr Robin Korte hob erfreut hervor, dass – anders als bei Wind- oder Solarenergie – keinerlei politische Vorbehalte in Münster erkennbar sein.

CDU-Fraktionschef Stefan betonte gleichwohl, dass die aktuelle Euphorie nicht anhalten werde. Spätestens wenn die ersten gewaltigen Bohrungen in Münster erforderlich seien, „werden auch die Gegner laut“. Dann sei politische Standhaftigkeit erforderlich.

Auf jeden Fall müsse vermieden werden, in der öffentlichen Debatte über die Geothermie eine „Analogie zum Fracking zu formulieren“.

Münster wird Pilotregion

SPD-Ratsherr Ludger Steinmann schaltete in der Debatte einen Gang zurück und verwies darauf, dass ein sehr langer Atem erforderlich sei. Erst in sieben bis zehn Jahren könnten erste Erfolge sichtbar werden. „Wir befinden uns derzeit noch in der Phase der Erkundung.“

Die Volt-Ratsfrau Helene Goldbeck zeigte sich ungeachtet dessen erfreut darüber, dass Münster zur „Pilotregion“ werde. Zum Hintergrund: Auf Landesebene soll Münster eine Vorbildrolle übernehmen. Ziel ist es, im kommenden Jahrzehnt zahlreiche Fern- und Nahwärmenetze in Münster zu haben, für die Erdwärme als Energiequelle genutzt wird.

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