Spiegel-Bestsellerliste

Gisa Paulys 15. Carlotta-Krimi von Null auf Platz 1

Münster

Jedes Jahr schreibt Gisa Pauly zwei Bücher. Ihre Sylt-Krimis um Mamma Carlotta sind stets Bestseller. Auch mit ihrem neuesten Krimi ist ihr das nun gelungen.

Gerhard H. Kock

Gisa Pauly – erfolgreiche Schriftstellerin aus Münster: Seit 15 Jahre schreibt sie jedes Jahr einen „Mamma Carlotta“-Krimi. Foto: PD

Da treffen in ihren Krimis Jahr um Jahr eine leidenschaftliche italienische „Mamma“ und ein norddeutscher Insulaner aufeinander, der auch noch ihr Schwiegersohn und zudem ein Kriminaler ist. Eigentlich Paraderollen. Warum ihre Romane noch nicht verfilmt wurden? Das fragen sich die Autorin und vor allem ihre Fans, von denen es viele gibt. So viele, dass die Bücher von Gisa Pauly regelmäßig in der Spiegel-Bestsellerliste „Belletristik Taschenbuch“ ganz oben mitspielen. Ihr neuster „Mamma Carlotta“-Krimi mit dem Titel „Lachmöwe“ ist sogar innerhalb einer Woche von Null auf Platz eins geschossen. Was ist das Geheimnis?

Vielleicht der Dreisprung: entschlossener Wille, unermüdlicher Fleiß und nicht enden wollende Freude. Oder wie es Pauly zusammenfasst: „Ich bin so richtig glücklich mit meiner Arbeit.“ Zwanzig Jahre ist sie Berufsschullehrerin, da fasst sie mit Mitte vierzig den Entschluss, das sichere Einkommen aufzugeben und mit 46 noch mal komplett neu durchzustarten – als freie Autorin. „Mein zweites Leben“, sagt Gisa Pauly und ergänzt: „Und dies ist jetzt das schönste Leben.“ Seit mittlerweile fast dreißig Jahren schreibt die Münsteranerin Texte, besser: lässt sie aus Kopf, Herz und Händen Bücher hervorsprudeln.

Gisa Pauly

Eine umtriebige Frau: Auf ungefähr 40 Bücher schätzt sie ihr Werk. Wobei so ein Carlotta-Krimi eine beachtliche Auflage von 100 000 hat. Der 15., der Jubiläumskrimi, läuft besonders gut: „Die erste Auflage ist schon vergriffen, die zweite auf dem Markt, die dritte in Vorbereitung.“ Apropos Vorbereitung: Der 16. Fall der italienischen Schwiegermutter auf Sylt liegt schon auf dem Schreibtisch in Angelmodde: Carlotta wird eine Leiche sehen, die dann aber verschwindet. Und etwas Neues wagt Pauly ebenfalls: eine Familiensaga. Eine Trilogie über eine Drei-Frauen-Generation. Ein Band ist schon fertig. Und wo spielt er? Auf Sylt. Dort fährt die Autorin sowieso nach Fertigstellung ihrer Carlotta-Krimis mit einer Prüfliste hin, um zu kontrollieren, ob es an einer bestimmten Straßenecke auch jene Hecke gibt, die sie im Roman erwähnt. Wie lange eine der erfolgreichsten Krimiautorinnen Deutschlands ihre „Miss Marple aus Pandomino“ noch auf tur­bulente Ermittlungen mit ­sicherem Happy End schicken will? „Ich bin entschlossen, bis zum Ende meines Lebens weiterzu­machen.“

„Lachmöwe“

Im 15. Syltkrimi um Mamma Carlotta bringen eine tote Altenpflegerin und ein Fernsehteam das Leben auf der Insel ordentlich durcheinander. Ein gewisser Leonardo sucht mithilfe der Medien seine große Liebe, die er seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Mamma Carlotta hängt an den Lippen der Reporter. Und dann ist da noch der Fall um Geertje Verbecks verstorbene Pflegerin, die offensichtlich ermordet wurde. Als Mamma Carlotta sieht, wie das Kindermädchen der Familie der armen demenzkranken Geertje hinterher schleicht, weiß sie sofort: Das muss die Mörderin sein. Sie beginnt zu ermitteln – mit Rentner Richard an ihrer Seite, dem das Kindermädchen seiner Enkel schon immer suspekt war . . .

Und wer sie hört und liest, glaubt das sofort. „Es muss Spaß machen, dann geht das. Ich kann mir ein Leben ohne Schreiben nicht vorstellen.“ Stets von Hand. Lediglich als nach einem Überfall am Hamburger Hauptbahnhof ihr rechter Mittelfinger sowie die linke Hand ge­brochen und die Hände in Gips waren, nutzte sie mal ein Diktierprogramm.

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