1. www.wn.de
  2. >
  3. Muenster
  4. >
  5. Gotische Klänge hallen durch die Kathedrale

  6. >

Kultur Münster

Gotische Klänge hallen durch die Kathedrale

Münster - Wie könnte man Osterfreude nachhaltiger und wirksamer verkünden als mit strahlender Bläsermusik? So gesehen setzte das Auftaktkonzert der Reihe „Orgelkonzerte in der Osterzeit im Hohen Dom St...

Johannes Loy

Münster - Wie könnte man Osterfreude nachhaltiger und wirksamer verkünden als mit strahlender Bläsermusik? So gesehen setzte das Auftaktkonzert der Reihe „Orgelkonzerte in der Osterzeit im Hohen Dom St. Paulus“ in Münster sogleich die richtigen Akzente.

Zu Gast war das Blechbläserquintett „International Brass“, das in seiner wirklich internationalen Zusammensetzung von Litauen über Deutschland bis nach Großbritannien nicht nur seinem Namen alle Ehre macht. Die fünf Herren haben auch spieltechnisch und musikalisch ohne Frage internationales Klasseformat. Dass Virtuosität in der heiklen Akustik des „Hohen Domes“ allerdings nicht immer zur Geltung kommt, muss der Konzertbesucher in den halligen Hallen des Domes leider immer wieder einmal zur Kenntnis nehmen. Die freundliche Aufforderung im Programmheft, doch möglichst im Mittelschiff zu sitzen, um den Klang einigermaßen gleichmäßig empfangen zu können, hatte also ihre Berechtigung. Besonders in der eröffnenden Sonate von Alexandre Guilmant in einer Transkription für Blechbläser und Orgel erzeugten die Bläser und der Organist der Basilika in Kevelaer, Elmar Lehnen, nolens volens einen diffusen Klangbrei, der sich im Allegro und Scherzo aufgrund der Spielgeschwindigkeit zwangsläufig einstellte. Butterweich und voller Klangpracht entwickelten sich dafür das Adagio oder der Choral am Schluss.

Dass Elmar Lehnen zu den Spitzenkönnern an der Orgel zählt, zeigt nicht nur seine Vita mit einem mit Auszeichnung erworbenen Konzert-Diplom an. In den Improvisationen über die Ostersequenz „Victimae paschali laudes“ oder im „Regina caeli“ holte Lehnen famose Klänge aus der wuchtigen Klais-Orgel mit ihrem Hauptwerk und dem Auxiliarwerk im hinteren Teil der Kathedrale.

Die Bläser setzten sich mit Richard Wagners Lohengrin-Auszug „Elsas Gang zur Kathedrale“ prächtig in Szene. Bei der abschließende „Suite Gophique“ von Leon Boellmann, einer Klangschwelgerei erster Güte, hätte der Hohe Dom ruhig noch ein paar Stockwerke höher sein dürfen. Das Publikum schwieg erst wie benommen angesichts dieser klanglichen Wucht. Dann gab es freundlichen Applaus.

» Am Samstag (25. April) ist um 19.30 Uhr Willibald Guggenmos zu Gast im Dom. Der Domorganist in St. Gallen/Schweiz präsentiert Werke von Mark Andrews, Larry King, Marcel Dupré und Franz Schmidt.

Startseite
ANZEIGE