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Modellprojekt in Münster

Große Mehrheit für Prüfung von kontrollierter Cannabis-Freigabe

Münster

Der Sozialausschuss hat am Mittwochabend mit großer Mehrheit einem von den Grünen initiierten Antrag zugestimmt, in Münster eine Fachkonferenz einzurichten, die Möglichkeiten eines Modellprojekts prüfen soll. Es geht um die kontrollierte Freigabe von Cannabis.

Karin Volker

Foto: dpa (Symbolbild)

Der Antrag der Grünen, in Münster einen Modellversuch zur kontrollierten legalen Abgabe von Cannabis vorzubereiten (wir berichteten), sorgte am Mittwoch schon vor der im Sozialausschuss anberaumten Diskussion für Kontroversen. Die CDU formulierte ihre harsche Ablehnung des Ansinnens in einer Erklärung vorab.

Es nutzte nichts: Die große Mehrheit des Sozialausschusses aller Parteien außer der CDU stimmte nach intensiver Diskussion dem von den Grünen initiierten Antrag zu. Danach wird nun auf kommunaler Ebene eine Fachkonferenz mit wissenschaftlicher Beteiligung eingerichtet, die die Möglichkeiten eines Modellprojektes einer kontrollierten Cannabis-Freigabe prüfen soll. Ähnliche Vorhaben gibt es in anderen deutschen Städten – und die Initiatoren beabsichtigen so, die Diskussion des Themas insgesamt voranzubringen, wie Otto Reiners von den Grünen erläuterte. Die CDU hingegen betont die Gefährlichkeit des Cannabis-Konsums und befürchtet, mit einer solchen Maßnahme dem Drogenkonsum Vorschub zu leisten. Sie will, wie die Verwaltung vorgeschlagen hatte, zunächst die Entwicklung auf Bundesebene abwarten.

Grüne, SPD und die anderen Parteien meinen, eine kontrollierte Freigabe könne bei der Prävention helfen und Jugendliche zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis anleiten. Sie verweisen auf die erfolgreiche Kampagne „Voll ist out“ gegen Alkoholmissbrauch. Momentan sei dies wegen der Kriminalisierung des Cannabis-Konsums nicht möglich.

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