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Konzepte der Nazis für Münster

Große Pläne fürdie „Gauhauptstadt“

Münster

Die Nationalsozialisten planten in Münster imposante Gebäude und Anlagen. In einem Vortrag des Stadtarchivs werden die größenwahnsinnigen Pläne vorgestellt.

Stadtbaurat Peter Poelzig (weißer Schal) erläutert am 16. Januar 1941 unter anderem NSDAP-Gauleiter Alfred Meyer (links mit Brille) die Pläne zur zukünftigen Gestaltung des NSDAP-Forums am Aasees. Foto: Stadt Münster/Sammlung Stadtarchiv

Neben Berlin, Nürnberg oder Linz wurde auch die damalige Gauhauptstadt Münster im März 1939 durch einen „Führererlass“ zur „Neugestaltungsstadt“ bestimmt. Die Nationalsozialisten planten imposante Gebäude und Anlagen, um auch städtebaulich ihre neue Herrschaft und ihren Führungsanspruch zu manifestieren.

Der Kunsthistoriker Lars Laurenz hat sich mit den münsterischen Umgestaltungsplänen beschäftigt. Am Donnerstag (27. Mai) wird er beim Online-Themenabend des Stadtarchivs einen Einblick in das allgemeine „Konzept der Neugestaltungsstädte“ geben, deren Vorbilder vorstellen und die Voraussetzungen für die Münster-Pläne erläutern.

Viele Pläne sind erhalten

Der münsterische Architekt Hermann Bartels war für die Umgestaltung der Gauhauptstadt Münster zuständig. Von ihm sind Pläne erhalten, die Lars Laurenz vorstellt. Unterstützung erfuhr Bartels ab 1938 durch den neuen Stadtbaurat Peter Poelzig, der die NSDAP-Planungen unter Gauleiter Alfred Meyer mit seiner neu eingerichteten „Entwurfsabteilung“ unterstützte.

Zu den Gauhauptstadt-Neuplanungen gehörte für Münster ein monumental ausgestaltetes Gauforum. Das Forum planten die Planer als neues Stadtzentrum zu errichten, quasi als Ersatz für die von Kirchen dominierte Altstadt. Als Stätten des NS-Kultes planten Partei und Stadt Münster einen Aufmarschplatz und eine „Volkshalle“ für 20 000 Personen im Südwesten der Stadt. Für die verkehrstechnische Anbindung überlegte man eine Verlegung des Hauptbahnhofes. Der Zoo hätte für eine gewaltige Aufmarschallee weichen müssen.

Vortrag am Dienstagabend

Was von den Plänen und Modellen der Nationalsozialisten tatsächlich realisiert wurde, erfahren die Zuhörer zum Abschluss des Themenabends vom Referenten, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Info:  Der Vortrag wird aus dem Stadtarchiv am 27. Mai ab 18 Uhr live im Internet übertragen und steht danach weitere 14 Tage zum Abruf bereit. Der direkte Zugang ist über www.stadt-muenster.de/archiv oder den Link www.twitch.tv/stadtarchivms möglich. Wer später hineinhören möchte, hat zwei Wochen Zeit dazu. So lange bleibt das Online-Angebot aktiv.

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