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Corona verhindert traditionellen Zug durch die Stadt

Große Prozession musste in den Paulus-Dom verlegt werden

Münster

Die traditionelle Große Prozession fiel in diesem Jahr erneut kleiner aus – wegen der Corona-Pandemie. Die Wetterprognose verhinderte zudem den ursprünglich geplanten Freiluftgottesdienst. Ein Zeichen der Verbundenheit mit der jüdischen Gemeinde setzten unter anderem Bischof Felix Genn und Oberbürgermeister Markus Lewe.

Die Prozession musste erneut ausfallen, nur eine kleine Delegation mit Bischof Felix Genn und Oberbürgermeister Markus Lewe ging den Weg von der Synagoge bis zum Paulus-Dom. Foto: hpe

Auch im zweiten Jahr hintereinander verhinderte Corona Münsters traditionsreiche und wohl bekannteste Glaubensdemonstration. Die Große Prozession durch die Innenstadt fiel wegen der noch nicht abgeklungenen Pandemie aus, und weil die Wetterprognosen schlecht waren, verzichtete das Bistum kurzfristig auch auf den geplanten Freiluftgottesdienst vor dem Paulus-Dom.

Als Zeichen der Verbundenheit mit der jüdischen Gemeinde und klares Bekenntnis gegen Antisemitismus wurde dennoch auf ein deutliches Signal nicht verzichtet. Bischof Felix Genn, Domkapitel und Oberbürgermeister Markus Lewe machten sich vor dem Festgottesdienst mit einer kleinen Delegation auf den Weg zur Synagoge. Man wollte so die Freundschaft zu den jüdischen Glaubensbrüdern mit Sharon Fehr an der Spitze offen dokumentieren.

Bischof lobt unermüdlichen Einsatz

In seiner Predigt sprach Genn von einer „viel größeren Zuversicht“ im zweiten Jahr der Pandemie. Man habe inzwischen einiges geschafft, und alle, die nicht schwer von Corona betroffen gewesen seien, könnten dankbar sein. Besonders würdigte der Bischof den unermüdlichen Einsatz vieler Mitarbeiter im Gesundheitswesen, in Schulen, bei der Stadt und den Betreuungsdiensten. Man müsse aber auch der Jugend dankbar sein, weil sie wegen noch fehlender Impfmöglichkeiten zugunsten der älteren Generation auf vieles verzichtet hätte.

Die Pandemie habe gezeigt, wie zerbrechlich unsere Wirklichkeit sein könne. Das erinnere an den Brauch der Prozession, die zurück ins Jahr 1382 reicht und ebenfalls auf einer Pandemie basiert. 8000 Münsteraner starben damals an der Pest. Weil die Zahl der Gläubigen im Dom stark begrenzt war, wurde der Gottesdienst auch online übertragen.

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