1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Großes Zelt mit schwerem Anker

  6. >

Vor 60 Jahren wurde die Gnadenkirche geweiht

Großes Zelt mit schwerem Anker

Münster

1960 wurde der Grundstein gelegt, ein Jahr später der erste Gottesdienst gefeiert – und jetzt am Wochenende das Kirchweihjubiläum begangen. Aber in 60 Jahren hat sich einiges verändert.

Von Maria Conlan

Nach dem Gottesdienst vor dem Kircheneingang (v.l.): Pfarrer Dr. Hans-Werner Dierkes (St. Gottfried), Superintendent Holger Erdmann, Dr. Friederike Barth (Pfarrerin), Maike Scheck (Presbyterin) und Arndt H. Menze (Pfarrer der Gnadenkirche) Foto: Maria Conlan

Musikklänge und Glockengeläut lockten am Samstagnachmittag zum Festgottesdienst. Gegenüber vom Clemenshospital gelegen, feierte die evangelische Gnadenkirche ihr 60-jähriges Kirchweihjubiläum.

Am 2. Oktober 1960 wurde der Grundstein gelegt, ein Jahr später fand der erste Gottesdienst statt. Superintendent Holger Erdmann erinnerte bei seiner Begrüßung im Gottesdienst an die damalige Aufbruchsstimmung: „Wir sind nah bei den Menschen“, lautete das Motto, das heute aktuell sei, um Kirche sichtbar und spürbar in die Stadtteile hineinzubringen. Der Kirchenbau überzeuge durch seine Schlichtheit und klare Formensprache. Die Gnadenkirche stellte er dar als ruhigen Pol an einer Verkehrsader in Münsters Süden.

5000 Kilogramm schwerer Basaltaltar

Pfarrer Arndt H. Menze ließ in seiner Predigt „die Steine sprechen“. Der Kirchenraum erinnere an ein großes Zelt, „ein Rastplatz auf dem Weg“ – und der 5000 Kilogramm schwere Basaltaltar sei „wie ein schwerer Anker“. Glasbausteine und das große Auferstehungskreuz aus Keramik, das anfangs für Irritation gesorgt hat, stammen vom niederländischen Künstler Hubertus Brauer.

Begonnen mit drei Seelsorgern

Menze erläuterte die Darstellung der Dreifaltigkeit in diesem außergewöhnlichen Kunstwerk. Der katholische Pfarrer Dr. Hans-Werner Dierkes von der benachbarten katholischen St.-Gottfried-Kirche lobte das lebendige, geschwisterliche, ökumenische Miteinander. Im Laufe der 60 Jahre waren vier Pfarrer in der Gnadenkirche tätig: die Pfarrer Rohr, Marxmeier, Hüllweg und seit 2006 Menze. Vor 60 Jahren begann die Gemeindearbeit mit drei Seelsorgern, heute bleibt Menze mittlerweile nur noch eine halbe Stelle dafür, die andere Hälfte gilt der Krankenhausseelsorge.

Startseite