1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Grundstück verkauft – Radweg weg

  6. >

Kommunalpolitiker waren nicht informiert

Grundstück verkauft – Radweg weg

Münster

Muss die Stadtverwaltung die Kommunalpolitiker informieren, wenn sie den Verkauf eines Grundstückes plant, über den bislang ein Radweg geführt hat? Darüber ist eine Diskussion in Münster entstanden. Anlass ist ein Vorgang im Gewerbegebiet Loddenheide. Dort ist ein kurzer Radweg weggefallen.

Klaus Baumeister

Dieser öffentliche Radweg auf der Loddenheide ist weggefallen, weil die Stadt das Grundstück verkauft hat. Politiker fragen jetzt, warum sie nicht informiert wurden.
Dieser öffentliche Radweg auf der Loddenheide ist weggefallen, weil die Stadt das Grundstück verkauft hat. Politiker fragen jetzt, warum sie nicht informiert wurden. Foto: kb

In der Fahrradstadt Münster wird ein öffentlicher Fahrradweg gesperrt – und keiner merkt es? Na ja, zumindest einem aufmerksamen Leser unserer Zeitung ist nicht entgangen, dass im Gewerbegebiet Loddenheide die früher vorhandene Radwegeverbindung zwischen dem Gustav-Stresemann-Weg und den Loddenbüschen nicht mehr besteht.

Bei der Suche nach den Gründen wird sehr schnell deutlich: Im Binnenverhältnis zwischen der Stadtverwaltung und den zuständigen Kommunalpolitikern wird die Frage, wo bei öffentlich relevanten Grundstücksverkäufen die Bagatellgrenze liegt, sehr unterschiedlich bewertet. „Ich hätte mir eine Nachricht von der Stadtverwaltung gewünscht“, zeigt sich Thomas Fastermann (SPD), Vorsitzender des Planungsausschuss, verschnupft darüber, dass die Verkehrspolitiker über den Wegfall des Radweges nicht informiert wurden.

Aber der Reihe nach: Die münsterische Traditionsfirma Mosecker hat auf der Loddenheide ihren Sitz. Der hintere Teil der Firmengeländes stößt an den Gustav-Stresemann-Weg. Von der Wirtschaftsförderung Münster hat Mosecker vor geraumer Zeit ein weiteres, benachbartes Grundstück erworben, um dieses als „Reservefläche“ vorzuhalten, so der stellvertretende Geschäftsführer Ingo Hoeper.

Da beide Mosecker-Grundstücke durch den Radweg getrennt werden, wandte man sich an die Stadt zwecks Kauf des 127 Quadratmeter großen Streifens.

Es folgte eine förmliche Entwidmung des Radweges. „Sie wurde sogar im Amtsblatt veröffentlicht“, so Hoeper. Da mit dem Verkauf die Verkehrssicherungspflicht auf den neuen Eigentümer überging und sich im Falle eines Unfalls eine komplizierte juristische Situation ergeben hätte, habe Mosecker die Durchfahrt gesperrt.

So weit, so nachvollziehbar! Für Irritationen sorgt der Umstand, dass per Grundstücksverkauf eine Wegebeziehung gekappt wurde, ohne dies in den politischen Gremien zu beraten. Auch der zuständige Bezirksbürgermeister Dr. Michael Klenner war nach eigenem Bekunden nicht informiert. Bei der Liegenschaftsverwaltung kann man sich derweil an den Vorgang nicht erinnern. Da heißt es: „Hier laufen so viele Grundstücksgeschäfte . . .“

Startseite