Tauziehen um Einkaufszentrum

Grüne bekräftigen Ablehnung des Hafencenters

Münster

Die Grünen haben ihre Ablehnung der Hafencenter-Pläne bekräftigt. Zugleich können sie damit leben, wenn sich ihr Bündnispartner CDU eine andere Mehrheit sucht.

Dirk Anger

Die ruhende Baustelle des Hafencenters am Hansarings. Foto: Oliver Werner

Für einen Weiterbau des umstrittenen Einkaufszentrums am Hansaring auf Grundlage eines neuen Bebauungsplans gibt es aktuell keine politische Mehrheit. Die grüne Ratsfraktion hat in ihrer Sitzung am Montagabend noch einmal ihre Ablehnung des dort geplanten E-Centers bekräftigt und ist damit auf die Linie der Parteibasis eingeschwenkt. Danach sollen lediglich die bereits im Rohbau stehenden Gebäude am sogenannten Hafencenter mit einer Verkaufsfläche von 1500 Quadratmetern zu Ende gebaut werden.

Für einen zusätzlichen Edeka-Markt aber wollen die Grünen im Rat nicht die Hand heben. Damit ist das im September zwischen den Fraktionsspitzen von CDU und Grünen, der Firma Stroetmann als Investor und der Stadtspitze ausgehandelte Eckpunktepapier tot. Darin hatte man sich auf ein E-Center mit einer auf 2950 Quadratmeter verringerten Einzelhandelsfläche verständigt sowie auf mehr Grün und weniger oberirdische Pkw-Stellplätze.

Ratsbündnis dennoch nicht gefährdet?

Wie die Grünen dem Bündnispartner CDU am Dienstag schriftlich mitteilten, werden sie diesen Weg nicht mitgehen. Das Ratsbündnis sieht die GAL aber nicht gefährdet, sollte sich die CDU bei der Lösung des Hafencenter-Problems nach anderen Verbündeten umschauen. „Wir akzeptieren in dieser Frage eine andere Mehrheit im Rat der Stadt“, so Fraktionschef Otto Reiners.

Die SPD sieht sich nach den Worten ihres Fraktionsvorsitzenden Dr. Michael Jung derzeit nicht am Zug. Auch wenn er feststellt: „Das Problem als solches braucht eine Lösung.“ Das sei unbestritten. Sollte der von Planungsdezernent Robin Denstorff angekündigte Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan auf Grundlage des schwarz-grünen Eckpunktepapiers geschehen, macht Jung eine Ablehnung seiner Fraktion deutlich. Man habe sachliche Zweifel am Verkehrskonzept. „Das Dilemma können wir als SPD nicht lösen.“

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