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Seit einem Jahr: Frei wohnen für Gründer

Gutes aus der Garage

Münster

Große Unternehmen sind in Garagen entstanden. Seit einem Jahr gibt es in Münster die Gründergarage. Die Bilanz der elf Teams kann sich bisher sehen lassen.

Günter Benning

Gabriele Felder (3.v.r.) im Kreis der drei aktuellen Teams in der Gründergarage. Foto: bn

32 Kreativunternehmen wurden am Mittwoch in Berlin von der Bundesregierung ausgezeichnet – als „Kreativ- und Kulturpiloten Deutschland“.

Mit dabei Maren Urner, Han Langeslag und Bernhard Eickenberg aus Münster, die mit ihrem Onlinemedium „Perspective Daily“ lösungsorientierten Journalismus anbieten.

Die drei Jung-Unternehmer haben mehrere Monate in der Gründergarage an der Mendelstraße 11 an ihrer Idee gearbeitet. Mietfrei – und ohne Druck. An der Garage sind das Netzwerk „gruenden-aus-hochschulen“, WWU, FH und Technologieförderung beteiligt. Sponsor ist Aschendorff Digital.

Nach einem Jahr lässt sich die Bilanz der Initiative sehen. Insgesamt elf Teams mit 38 Gründern zählt Gabriele Felder von der Technologieförderung auf. Sie alle konnten zwischen zwei und drei Monate in der ehemaligen Werkstatt arbeiten, die mit flexiblen Arbeitsbereichen und PC-Anschlüssen bis zu drei Teams paralleles Arbeiten erlaubt.

Die Teams, die nicht in erster Linie reine Techniker sind, waren durchaus erfolgreich. Auf 280 000 Euro beläuft sich die Fördersumme, die sie mittlerweile erworben haben. Zwei Projekte konnten mit Exist-Gründer­stipendien immerhin eine Anschubfinanzierung für ein Jahr sichern. Das Projekt „Stressfrei“ erhielt zudem 1500 Euro dank des Sybille-Hahne-Nachwuchs-Gründerpreises. Damit verbunden war auch die Bereitstellung von Räumlichkeiten in der WWU, was den Auszug aus der Gründergarage erleichterte.

Das Projekt Smart-Energy, das App und Online-Portal zum Thema Energiesparen entwickelt hatte und schließlich Teil der münsterischen Neugründung Grünspar war, profitierte gleich von einem millionenschweren Deal. Ein Großteil von Grünspar wurde unlängst an einen Energie-Riesen verkauft. Für 13 Millionen Euro.

„Der Preis von Smart Energy“, so Gabriele Felder, „kann nicht ausgewiesen werden, da es ein Gesamtpaket war.“

Jedenfalls zeigt diese Bilanz, dass auch münsterische Studenten ihre Ideen versilbern können. Hinter der Idee der Gründergarage steht schließlich die Ansicht, dass Münster als Innovationsstandort hipp sein kann.

Wie in einer richtigen Bastlerwerkstatt kann natürlich auch in der Gründergarage mal was schiefgehen. So starb ein Projekt, weil es seine Idee auf dem Markt bereits gab.

Ein weiterer Gründer in der Garage an der Mendel­straße, der eine Software für Alten- und Jugendhilfeeinrichtungen entwickelte, nahm bei seinem ersten Kunden gleich eine Stelle an.

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