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Auseinandersetzung an der Heroldstraße

Hammer, Messer, Schlagstock - Mordanklage gegen Münsteraner

Münster

Ein 77-jähriger Mann wurde im April bei einer Auseinandersetzung mit einem Messer so schwer am Hals verletzt, dass er wenig später im Krankenhaus starb. Noch am Tattag wurde ein heute 52-Jähriger festgenommen. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft soll er bei dem Streit auch zu Hammer und Schlagstock gegriffen haben.

Mitte Juni suchte die Polizei im Bereich zwischen Heroldstraße und Bahnstrecke nach einem Tatwerkzeug. Foto: Cengiz Sentürk (Archivbild)

Nach einer tödlichen Auseinandersetzung im April hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage gegen einen mittlerweile 52-jährigen Mann erhoben. Er wird beschuldigt, am Morgen des 25. April an der Heroldstraße in Mecklenbeck einen 77-jährigen Mann durch einen oder mehrere Stiche im Hals so schwer verletzt zu haben, dass dieser später im Krankenhaus verstarb. Jetzt wird der 52-jährige mutmaßliche Täter wegen Verdachts des Mordes sowie des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung angeklagt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilt.

Die Staatsanwaltschaft geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die tödliche Auseinandersetzung vom 25. April in engem Zusammenhang mit bereits länger andauernden privaten Streitigkeiten zwischen dem Angeschuldigten und dem getöteten 77-Jährigen Mann stand.

Problematisches Verhältnis

Der 77-Jährige war der Lebensgefährte der im November 2019 verstorbenen Mutter des Angeschuldigten. Der Angeschuldigte zog im Sommer des Jahres 2015 zu seiner Mutter und ihrem Lebensgefährten in deren Wohnung an der Heroldstraße in Münster. "Das Verhältnis zwischen dem Angeschuldigten und dem 77-Jährigen dürfte von Beginn an problematisch gewesen sein", heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

Der 52-Jährige lebte auch nach dem Tod seiner Mutter weiter in der Wohnung, die Streitigkeiten mit dem 77-Jährigen nahmen offensichtlich stetig zu. Deshalb zog das spätere Opfer am 12. April 2020 aus der Wohnung aus.

Heftige Auseinandersetzung im Treppenhaus

In Begleitung seiner Nichte und ihrem 27 Jahre alten Sohn kehrte der 77-Jährige am Morgen des 25. April zur Wohnung an der Heroldstraße zurück. Er wollte laut Staatsanwaltschaft Gegenstände aus der Wohnung holen. Wegen der Eigentumsfrage soll es zwischen ihm und dem mutmaßlichen Täter Streit gegeben haben.

Als der 52-Jährige den 77-Jährigen, dessen Nicht sowie den 27-Jährigen bemerkte, soll er ihnen den Zutritt zur Wohnung verweigert haben. Außerdem verständigte er die Polizei. Mit einem noch verfügbaren Schlüssel verschafften sich der 77-Jährige und seine Begleitung Zugang zu dem Treppenhaus. Dort entwickelte sich - insbesondere zwischen den drei Männern - eine Auseinandersetzung, die sich in den Wohnungsflur im 1. Obergeschoss verlagerte.

Mit Hammer gegen Kopf geschlagen

In der Anklageschrift wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeschuldigten vor, mit einem bereits zuvor bereit gelegten Hammer zunächst von hinten unvermittelt auf den Kopf des 77-jährigen Mannes geschlagen zu haben, wobei er nach Bewertung der Staatsanwaltschaft dessen Tod in Kauf genommen haben soll. Durch diesen Schlag erlitt der Verstorbene eine Kopfplatzwunde und soll zunächst benommen zu Boden gefallen sein.

Als der 27 Jahre alte Begleiter zu Hilfe kommen wollte, soll der Angeschuldigte ihm ebenfalls mit Tötungsvorsatz den Hammer gegen die Vorderseite des Kopfes geschlagen haben. Der 27-Jährige soll zu Boden gestürzt sein und robbend versucht haben in das Treppenhaus zu gelangen, während der Angeschuldigte ihm nachgesetzt und weiter mit dem Hammer auf ihn eingeschlagen haben soll. Der 27-jährige soll sich mit Fußtritten gewehrt haben, bis es ihm gelang, dem 52-Jährigen den Hammer zu entreißen.

Messer in rechte Halsseite gestochen

Der 52-Jährige soll in seine Wohnung zurückgekehrt sein, einen griffbereiten Teleskopschlagstock genommen und damit im Wohnungsflur dem 77-Jährigen mindestens einen weiteren Schlag gegen den Kopf versetzt haben. Mit einem ebenfalls zuvor bereitgelegten Messer soll er dem 77-Jährigen dann - als dieser wieder auf die Beine gekommen war und ihm den Rücken zugewandt hatte – einmal in die rechte Halsseite gestochen haben.

Der 77-Jährige verstarb kurze Zeit später an den Folgen der Stichverletzung. Der 27-Jährige erlitt eine Kopfplatzwunde und eine Kopfprellung. Der 52-Jährige sitzt weiterhin in Untersuchungshaft und hat sich laut der Mitteilung der Staatsanwaltschaft zu den Tatvorwürfen in den polizeilichen Vernehmungen nicht geäußert.

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