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SPD freut sich über Wahlergebnis

Hauptsache vor der CDU

Münster

Das Direktmandat in Münster hat Svenja Schulze (SPD) verpasst. Die Stimmung bei den Sozialdemokraten war am Wahlabend in Münster trotzdem prächtig.

Von Karin Völker

Svenja Schulze und ihr Mann Andrea Arcais bei der Wahlparty im Marktcafé. Foto: Oliver Werner

Das Direktmandat hätte Svenja Schulze für die SPD wirklich gern in Münster geholt. Dass es am Ende knapp hinter Stefan Nacke (CDU) nur für Platz drei reichte, kann der Umweltministerin der bisher amtierenden „Groko“ in Berlin aber die gute Stimmung nicht verderben.

Ein Button „Team Olaf“ steckt am Revers ihres roten Jacketts – und Olaf (Scholz) mit der Bundes-SPD liegt vor der CDU. Worüber im Marktcafé, wo Münsters Sozialdemokraten zur Wahlparty zusammengekommen sind, vor allem mehr als nur klammheimliche Freude herrscht: Die CDU in Münstrer ist bei den Zweitstimmen nur noch auf Platz drei hinter den Grünen und der SPD.

„Hatten lange nichts zu feiern“

Christoph Strässer, ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter, der zweimal das Direktmandat gewonnen hatte, hätte das „sensationelle“ Wahlergebnis der SPD auf Bundesebene vor drei Monaten nicht für möglich gehalten“, sagt er, und: „Das Ergebnis in Münster zeigt, dass die politische Konstellation sich in der Stadt wirklich verändert hat.“

SPD-Ratsfraktionschef Marius Herwig war schon zu Beginn des langen Wahlabends optimistisch, dass der in den Wahlumfragen prognostizierte Trend sich bewahrheiten würde. Doris Feldmann, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat, sieht durch das Ergebnis der Bundestagswahl auch das Bündnis mit den Grünen und Volt im Rat gestärkt. Sie genieße aber jetzt erst mal den Moment. „Wir hatten ja lange nichts zu feiern“, sagt sie.

Arbeiterlieder auf dem Domplatz

Die Jusos kosten das Ergebnis des Wahlabends aus, stellen sich auf den Domplatz und schmettern Arbeiterlieder. Svenja Schulze hat die Party da schon verlassen. Am Montag geht es in aller Frühe nach Berlin, der Parteivorstand tagt – und dann werde es wohl schnell losgehen mit den Koalitionsverhandlungen. Ob sie Ministerin bleibe? „Vielleicht“, sagt Schulze. Ins Parlament zieht sie über die Liste ein.

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