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Kritik an AfD-Nähe

Hayek-Preis sorgt für Diskussionsstoff

Münster

Die Idee einer „Verfassung der Freiheit“ hat den Ökonomen Friedrich August von Hayek angetrieben. Ein nach ihm benannter Preis wird jetzt politisch angefeindet.

Dirk Anger

Wirtschaftsnobelpreisträger Friedrich August von Hayek: ein nach ihm benannter Preis sorgt jetzt für Diskussionsstoff. Foto: Hayek-Stiftung

Am 19. Juni vergibt der seit 2017 als gemeinnütziger Verein eingetragene Hayek-Club Münsterland das erste Mal den nach dem österreichischen Ökonomen benannten Preis. Damit soll eine studentische Arbeit ausgezeichnet werden, die sich mit dem Werk, der Philosophie oder dem Leben des Wirtschaftsnobelpreisträgers Friedrich August von Hayek befasst. Ihm sei es um die Freiheit des Individuums im Denken und Handeln gegangen, hebt Christoph Lüttmann, Vorsitzender des münsterländischen Clubs, hervor – „eine echte liberale Position“.

Das Preisgeld von 1000 Euro hat dem Verein zufolge Hayek-Vorstandsmitglied Cornelia Meyer zur Heyde gestiftet. „Ich bin glücklich darüber“, sagt Lüttmann. Doch weil die Unternehmerin zugleich dem münsterischen Kreisvorstand der rechtspopulistischen AfD angehört, läuft sich die Antifaschistische Linke gegen den Hayek-Club warm. Dieser nehme „eine Scharnierfunktion zwischen AfDlern, ehemaligen AfDlern sowie rechten FDP- und CDU-Mitgliedern ein“, lautet der in einer Pressemitteilung geäußerte Vorwurf.

Münsters FDP-Chef Manuel Lascasas

Zugleich wird zwei Mitgliedern der Preisjury – namentlich den beiden münsterischen Wirtschaftsprofessoren Alexander Dilger und Ulrich van Suntum – aus dem extrem linken Lager „weiterhin eine inhaltliche Nähe zur AfD“ vorgeworfen. Beide hatten sich in der Vergangenheit für die Partei engagiert, der sie aber längst nicht mehr angehören.

Hayek-Vorsitzender Lüttmann kann die Aufregung nicht nachvollziehen. „Die politische Ausrichtung ist egal, uns geht es um Hayek“, betont der Club-Vorsitzende auch unter Verweis auf die unterschiedlichen prominenten Referenten an den Club-Abenden. Man sei von niemandem ein Scharnier.

Auch ein ehemaliger FDP-Landtagskandidat aus Münster, inzwischen nur einfaches Parteimitglied, engagiert sich als Vize-Vorstand im Hayek-Club. Aus diesem Einsatz jedoch eine Nähe der FDP zur AfD abzuleiten, hält Münsters FDP-Chef Manuel Lascasas für abwegig. „Es gibt keine Berührungspunkte.“ Zumal besagtes FDP-Mitglied längst „keine Funktion, kein Amt, kein Mandat“ mehr habe. „Wir wollen mit der AfD nichts zu tun haben“, so Lascasas.

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