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Neue „Holiday on Ice“-Show

Heiße Kreise auf dem Eise

Münster/Grefrath

Kurz vor dem Start der Deutschland-Tour hat die heiße Phase auf dem Eis längst begonnen. Schließlich muss bei der ersten Aufführung der neuen „Holiday on Ice“-Show alles sitzen. Bei den letzten Proben in Grefrath ging es um Feinheiten.

Von Simon Beckmann

Ein riesiger LED-Zylinder (r.) ist eine der technischen Raffinessen der neuen „Holiday on Ice“-Inszenierung. Foto: Simon Beckmann

Noch ist die große Eisfläche im Eissport und Eventpark Grefrath in totale Dunkelheit gehüllt. Auf dem Eis lassen sich keine Spuren der zurückliegenden Trainingstage finden. Nur vereinzelt sind letzte Absprachen in der angenehm temperierten Halle zu vernehmen.

Doch das ändert sich blitzartig: Musik setzt ein, grelle Scheinwerfer tauchen das Eis in eine glitzernde Wunderwelt und geheimnisvolle Wesen gleiten über die gefrorene Fläche – die Probe für die neue Show „A New Day“ von „Holiday on Ice“ hat begonnen. Und das in einer durchaus heißen Phase. Schließlich sind es an diesem Mittwoch nur noch wenige Tage bis zur Premiere am heutigen Samstag in Grefrath.

300 individuelle Kostüme

Hinter dem rund 40-köpfigen Ensemble – gebildet von Eiskunstlaufprofis und Akrobaten aus 15 verschiedenen Nationalitäten – liegen zu diesem Zeitpunkt schweißtreibende Wochen harter Arbeit. „Der Probenstart ist meistens acht bis neun Wochen vor der ersten Show“, erzählt Pressesprecherin Julia Kroll.

Dann müssten Choreographien einstudiert, Abläufe geprobt und die technischen Einstellungen vorgenommen werden. Auch die Anprobe der über 300 individuellen Kostüme stehe an.

Feinschliff vor der ersten Show

Das alles ist mittlerweile abgeschlossen. In den wenigen Tagen vor der ersten Aufführung geht es den Verantwortlichen um Produzent Peter O’Keeffe, Kreativdirektor Francisco Negrin, Choreograph Nathan Clarke und Kostüm-Designerin Silvia Aymonino um die letzten Feinheiten.

Und das gilt auch für die Technik. Immerhin werden bei „A New Day“ – laut Veranstalter die künstlerisch und technisch bislang aufwendigste „Holiday on Ice“-Show – rund 323 einzelne LED-Panels mit mehr als 3,3 Millionen Lichtpixeln eingesetzt. Ebenso werden mehr als 230 Scheinwerfer und bewegliche Lichtelemente verwendet.

Das Herzstück bilden drei bespielbare Leinwände, die im hinteren Teil der Bühne und über der Mitte der Eisfläche installiert sind.

Eis mit Kreidegemisch versetzt

Apropos Eisfläche: Die ist in jedem „Holiday on Ice“-Spielort gleich breit. Die Länge variiere allerdings je nach Halle, so Kroll. Zudem sei das Eis mit einem Kreidegemisch versetzt, um es weißer zu machen. In Münster werde die Eisfläche für die Shows extra verlegt.

Und auf der will das Ensemble das Publikum mit auf ein farbenfrohes Abenteuer nehmen – dann natürlich mit noch mehr „Wow-Effekten“ als bei den letzten Proben in Grefrath.

Gewinner-Paar: „Das war einfach der Wahnsinn“

Simone (2.v.l.) und Christian Schulz bei den Proben von „Holiday on Ice“. Pressesprecherin Julia Kroll und Eiskunstläufer Yury Gnilozubov (r.) standen den beiden Ahlenern Rede und Antwort. Foto: Simon Beckmann

Für Simone Schulz war es ein echtes Highlight. „Eiskunstlauf hat mich schon immer interessiert“, erzählte die 51-jährige Ahlenerin. Sie war die glückliche Gewinnerin eines Gewinnspiels dieser Zeitung und des Messe- und Congress-Centrums Halle Münsterland – und durfte gemeinsam mit ihrem Mann Christian bei den Proben zur neuen Aufführung von „Holiday on Ice“ im Eissport- und Eventpark Grefrath hinter die Kulissen schauen.

„Das war einfach der Wahnsinn“, zeigte sie sich von der neuen Show, die den Namen „A New Day“ trägt, beeindruckt. „Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus“, sagte die Altenpflegerin. „Das sieht so leicht aus. Dabei steckt da so viel Arbeit hinter.“ Ihr Mann Christian fand es ebenfalls beeindruckend. „Wie die Eiskunstläufer mit so vielen Menschen auf einer kleinen Eisfläche performen, ist schon toll“, so der 51-jährige Industriemeister.

Das Highlight der beiden Ahlener: ein Element mit zwei Paaren im zweiten Teil der Show. „Die Dynamik gepaart mit der Leichtigkeit und der Akrobatik hat uns einfach total gefesselt“, berichten die beiden. Sie freuen sich schon jetzt auf die Aufführung in Münster

Drei Fragen an Eiskunstläufer Yury Gnilozubov

In Münster war Yury Gnilozubov (28) noch nie. Aber auf die Auftritte in der Halle Münsterland freut sich der Eiskunstläufer, der in St. Petersburg geboren wurde und später in Dortmund aufgewachsen ist, schon. Bei „Holiday on Ice“ tritt er in familiäre Fußstapfen.

Yury Gnilozubov Foto: Simon Beckmann

Herr Gnilozubov, wie sind Sie zu „Holiday on Ice“ gekommen? Yury Gnilozubov: Meine Eltern sind selbst viele Jahre als Eiskunstläufer mit „Holiday on Ice“ durch Europa getourt. Da war ich immer mit dabei. Ohnehin wurde ich schon früh auf’s Eis geschubst und habe nach meiner Ausbildung in Dortmund und Berlin den Weg zurück zur Show gefunden.

Was macht „Holiday on Ice“ für Sie aus? Gnilozubov: Das Drumherum und die Atmosphäre. Es macht einfach Spaß, auf der Bühne zu stehen und für die Zuschauer zu performen. Hinzu kommt eine „Tourfamilie“ für ein halbes Jahr. Das ist schön.

Apropos Bühne: Wann sieht man Sie auf dem Eis? Gnilozubov: Ich bin in verschiedenen Szenen dabei. Meine Lieblingsnummer ist aber im ersten Teil. Da stehe ich gemeinsam mit einer „Jungsgruppe“ auf dem Eis – mit vielen Tricks und Sprüngen. Davor ist man zwar immer nervös, aber da steckt mein ganzes Herzblut drin. Das ist mein Baby.

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