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Vorbereitungen auf die Ausstellung „Alleskönner Wald“

Helden des Waldbodens

Münster

Einen Waldboden malen hört sich erstmal gar nicht so schwer an – doch was alles dahinter steckt, zeigen Vorbereitungen auf eine Ausstellung, die ab Juni im LWL-Museum für Naturkunde in Münster gezeigt werden soll.

wn

Die Museumsmalerin Beatrix Clement gestaltet die Innen- und Außenwände der begehbaren Bodenkammer, die ab Juni in der neuen Ausstellung „Alleskönner Wald“ im LWL-Museum für Naturkunde in Münster zu sehen sein wird. Foto: LWL/Christoph Steinweg

Eine Reise in die obersten Zentimeter des Waldbodens können Besucher und Besucherinnen bald im LWL-Museum für Naturkunde in Münster antreten. Eine „Bodenkammer“ ist Teil der neuen Sonderausstellung „Alleskönner Wald“ ab dem 25. Juni im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Um die Besucher in diese Welt eintauchen zu lassen, arbeitet Dipl.-Designerin und Museumsmalerin Beatrix Clement derzeit an der künstlerischen Gestaltung der Innen- und Außenwände. Mit einer begehbaren Bodenkammer und der davorliegenden, acht Meter breiten und vier Meter hohen, bemalten Wand möchte Ausstellungsmacherin Nadine Howe das abstrakte „Universum Waldboden“ erlebbar machen. „Durch die künstlerische Gestaltung kann der Besucher, scheinbar geschrumpft, in diesem Raum die heimlichen Helden des Bodens treffen, ohne die sich das Laub auftürmen würde“, sagt Howe.

Unterschiedliche Maßstäbe

Möglich wird dies durch die starke Vergrößerung der Bodenbestandteile und Bewohner von 100:1 an der Außenwand und 600:1 im Inneren der Kammer. Die Illusions- und Landschaftsmalerin Clement entschied sich zusammen mit der Ausstellungsmacherin für zwei unterschiedliche Maßstäbe. Da die typischen Bodenbewohner enorme Größenunterschiede aufweisen und es nur so möglich war, deren komplette Vielfalt zu zeigen, griff die diplomierte Designerin zu diesem Mittel. „Ein Regenwurm wäre bei einer sechshundertfachen Vergrößerung letztlich circa 36 Meter lang und 2,40 Meter breit geworden – zu groß für unsere Wand. Andere Bodenbewohner wiederum sind bei einem Maßstab von hundert zu eins kaum erkennbar“, sagt Clement.

An der Umsetzung dieser Reise arbeitet Clement bereits seit Mitte März. Mit einer intensiven Recherche zur Zusammensetzung des Bodens und seinen Lebewesen ging es los. Sie entdeckte, „wie viele unterschiedliche Tiere auf kleinstem Raum leben“. Anschließend untersuchte sie Waldbodenproben unter dem Mikroskop, sprach mit Howe über die Arten, die abgebildet werden sollen und entwickelte passende Skizzen davon.

Eine Herausforderung für Clement war dabei, Aspekte wie die Farben der Tiere und Bodenbestandteile, die Form der Sandkörner oder auch die Anzahl der jeweiligen Tiere und ihren spezifischen Lebensraum im Boden zu berücksichtigen. Springschwänze, Raubmilben, Rädertierchen und viele andere winzige Lebewesen mussten alle genauestens studiert und anschließend lebensecht im richtigen Größenverhältnis an die Wand gebracht werden.

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