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Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe feiert 50-jähriges Bestehen

„Hier wird Inklusion gelebt“

Münster

Der Verbund LAG Selbsthilfe NRW feierte sein 50-jähriges Bestehen in der Halle Münsterland. 140 Mitgliederverbände wollen nicht nur mehr Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung gewinnen, sondern auch beraten, unterstützen und schulen.

Von Laura Stein

Bei der Jubiläumsfeier in der Halle Münsterland breiteten vom Netzwerkbüro (v.l.) Elena Doudis, Antje Brandt und Dr. Monika Rosenbaum Informationsmaterial rund um das Thema Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung aus. Foto: Laura Stein

Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Selbsthilfe NRW feierte am Wochenende sein 50-jähriges Jubiläum in der Halle Münsterland. Die LAG macht sich stark für die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung im Alltag. Die Themenpalette reicht von politischer und gesellschaftlicher Teilhabe bis hin zu Herausforderungen des Gesundheitswesens, des Arbeitsalltages und der Barrierefreiheit. 140 Mitgliedsverbände wollen nicht nur mehr Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung gewinnen, sondern auch beraten, unterstützen und schulen, beschreibt Geschäftsführerin Melanie Ahlke die Ziele der LAG.

Im Anschluss an die Begrüßung durch die Vorsitzende Brigitte Piepenbreier und die Geschäftsführerin bedankte sich NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bei der LAG für 50 Jahre: „Tolle, erfolgreiche Arbeit“. Ein Highlight war der Auftritt des Gebärdenchor „Sing a Sign“ aus Emsdetten. „Es war uns wichtig, ein vielseitiges Programm zu bieten, und das hieß für uns auch, dass wir Menschen mit Behinderung verpflichten. Auch hier soll Inklusion gelebt werden“, so Brigitte Piepenbreier, „da war dieser besondere Chor bestens geeignet“.

Stolz auf ein Praxishandbuch

Um allen Menschen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, haben sich Vereine, Arbeitsgruppen und Initiativen zusammengeschlossen. Vor Ort stellten sich vier Projekte vor: Die „Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben“, kurz KSL, beschäftigen sich mit den Schwerpunkten Inklusion, persönliches Budget, Sensibilisierung und politische Partizipation. Das inklusive Team will Menschen ein Mitspracherecht bei allen Belangen, die sie persönlich betreffen, verschaffen. Hierzu entwickelten sie eigens eine Wanderausstellung zum Thema persönliches Budgets, die kostenlos gemietet werden kann.

„Besonders stolz sind wir auf unser Praxishandbuch“, erklärt Oliver Schneider, „es wurde gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderung erstellt, durch Interviews mit Angehörigen, Betroffenen und medizinischen Fachleuten. Es soll Pflegefachpersonal konstruktiv dabei unterstützen, seinem Beruf so nachzugehen, so dass individuelle Bedürfnisse erfüllt werden können“.

Das „Netzwerk-Büro Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung NRW“ setzt sich für die Verbesserung der Situation behinderter Frauen und Mädchen ein. Als Erfolg wird beispielsweise die Wahl von Frauenbeauftragten in Behindertenwerkstätten sowie die Vermittlung an entsprechende Beratungsstellen angesehen. „Gerade Frauen und Mädchen mit Handicap werden in unserer Gesellschaft doppelt benachteiligt“, sagt Dr. Monika Rosenbaum.

Bei einer Gesprächsrunde diskutierten Politiker verschiedener Parteien über die Zukunft der Behindertenpolitik. 

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