1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Hoffnung für missbrauchte Kinder

  6. >

WN-Spendenaktion: Netzwerk Roter Keil

Hoffnung für missbrauchte Kinder

Münster

Kinder vor sexueller Gewalt und Ausbeutung schützen – das hat sich das Netzwerk Roter Keil zum Ziel gesetzt. 1999 gründete Jochen Reidegeld das Netzwerk und erzählt, warum es heute wichtiger denn je ist.

Von Pjer Biederstädt

Dr. Jochen Reidegeld hat das Netzwerk Roter Keil vor 22 Jahren gegründet. Foto: Gudrun Niewöhner

Angefangen hat alles in Sri Lanka. Im Jahr 1999 haben sogenannte ­Beachboys Dr. Jochen Reidegeld am Strand neben Bootstouren und Souvenirs auch Kinder ab dem Alter von vier Jahren zur Prostitution angeboten. „Ich war völlig schockiert“, sagt der Pfarrer und Steinfurter Kreisdechant heute rückblickend.

Er wandte sich vor Ort an den katholischen Orden Salesianer Don Boscos, die dort ein Rehabilitationszentrum für Opfer von Kinderprostitution betreiben. Dort hat ihm ein Junge von seinem Leidensweg erzählt. „Niemals werde ich jene Angst, Wut und Verletztheit vergessen, die aus den Worten, den Augen und dem ganzen Körper dieses Kindes sprach”, erzählt Reidegeld.

1,25 Millionen Euro für Projekte

Es war die Initialzündung für das Netzwerk Roter Keil, das anfangs noch unter Bosco Sevana firmierte. Neben dem Gründungsort Olfen bildeten sich immer mehr Ortsgruppen, die bis heute ein Ziel eint: Kinder vor sexualisierter Gewalt und Ausbeutung schützen.

22 Jahre später unterstützt das Netzwerk Roter Keil mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zahlreiche Projekte im In- und Ausland. „In den letzten fünf Jahren haben wir über 1,25 Millionen Euro an Spenden an die von uns unterstützten Projekte weitergegeben“, erzählt Reidegeld.

Drei Projekte, ein Konto

Längst macht sich die Initiative nicht mehr nur für Opferschutz stark, sondern unterstützt auch Projekte zur Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und betreibt politische Lobbyarbeit.

Mit Prävention gegen sexuellen Missbrauch

Sind die Jugendämter ausreichend ausgestattet, um frühzeitig Fälle von sexualisierter Gewalt zu erkennen? Ist es richtig, dass kindliche Opfer keine traumatherapeutische Hilfe bekommen, solange das Strafverfahren nicht abgeschlossen ist? Solche und weitere Fragen wirft die Initiative im öffentlichen Dialog immer wieder auf.

Besonders wichtig sei es, so Reidegeld, dass es nach Missbrauchsfällen wie zuletzt in Münster oder Lügde nicht bei zeitlich begrenzter Betroffenheit bleibe, sondern der Schutz für Kinder in die Strukturen eingewebt werde. Deswegen unterstützt das Netzwerk Roter Keil gezielt Präventionsprojekte, die beispielsweise in Schulen und Kitas gehen, um Kinder und Lehrer zu schulen und Schutzkonzepte zu erarbeiten.

Fünf solcher Präventionsprojekte aus dem Münsterland will das Netzwerk Roter Keil mit den Spenden unserer Leser unterstützen. Damit Kinder gar nicht erst Opfer dieser grausamen Gewalttaten werden.

Startseite
ANZEIGE