1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. „Ich mache mir Sorgen um Auswärtige“

  6. >

Debatte über geplante Sperrung am Bült

„Ich mache mir Sorgen um Auswärtige“

Münster

Der Antrag liegt auf dem Tisch, die Debatte ist eröffnet. Hier verschiedene Stellungnahmen zu der möglichen Sperrung der Nordtangente (zwischen Landeshaus und Schlossplatz) für den Auto-Durchgangsverkehr.

Von Klaus Baumeister

Zerfällt die Nordtangente künftig in zwei Sackgassen? Foto: Oliver Werner

Noch ist nichts endgültig beschlossen, aber die Debatte darüber, dass die Stadt Münster die Durchfahrt am Bült für Autos testweise für drei Monate sperren könnte, sorgt für lebhafte Debatten. Konkret würde diese Durchfahrtssperre bedeuten, dass Autofahrer sowohl vom Landeshaus als auch vom Schlossplatz aus in die Nordtangente einbiegen können, dann ab Bült aber nicht mehr weiterfahren könnten. Eine Durchfahrt gäbe es nur für Busse, Räder und Lieferverkehr.

Hier zwei Reaktionen aus der Wirtschaft:

Marcus Geßler, Betreiber verschiedener Gastronomien, darunter Aposto und Enchilada, überdies aktiv in der Wirtschaftsinitiative Münster: „Die Durchfahrtssperre wäre eine Katastrophe. Ich mache mir keine Sorgen um die Kunden und Gäste, die aus Gievenbeck oder dem Südviertel kommen. Ich mache mir Sorgen um die vielen Auswärtigen, die ganz überwiegend mit dem Auto kommen. Die Auswärtigen sind, besonders am Wochenende, sehr wichtig für uns.“

Thomas Janssen

Christoph Deckwitz, Vermieter eines großen Bürokomplexes am Bült: „Meine Mieter fürchten um ihre Erreichbarkeit für Kunden und Patienten mit dem Auto. Der geplante Verkehrsversuch ist hirnrissig.“

Per Mail gingen folgende Statements von Lesern ein:

Thomas Janssen: „Die Sinnlosigkeit so einer Aktion bedarf keiner Diskussion. Ich hoffe, dass von derartigen Überlegungen niemand im Ausland erfährt.“

Peter Wolter: „Sperrungen am Bült wie an vielen anderen Stellen in der Stadt für den Durchgangsverkehr sind schon lange überfällig. Alle schwärmen im Urlaub von den autofreien Innenstädten in Italien und den Niederlanden, aber zu Hause zerredet man alle guten Ansätze im Keim.“

Dr. Sergio Martinez befürchtet einen „Schaden für das Ansehen der Stadt Münster, die ihre leichte, elegante Schönheit hinter Absperrungen, Barrieren, Verboten etc. abschottet. Also kurz gesagt: Weg mit diesem Stuss.“

Versuch macht klug

Werner Petry: „Aufgrund meiner eingeschränkten Mobilität ist die Erreichbarkeit der beiden Parkhäuser Alter Steinweg und Theater von großer Wichtigkeit für mich. Die Entscheider sollten ihre einseitige Fokussierung auf die autofreie Innenstadt aufgeben.“

Andreas Brinkmann: „Es ist absolut richtig, solche Versuche zu unternehmen, nur so erhält man nachvollziehbare Entscheidungen.“

Startseite
ANZEIGE